Teenager ließ Fäuste sprechen: Strafarbeit. Für die allzu eifrigen Streitschlichter ging es mit Freisprüchen gut aus, der Faustschwinger (15) muss hingegen 40 Stunden ableisten.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 20. Oktober 2019 (04:36)
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Symbolbild 

Die Fäuste sitzen bei einem 15-jährigen Gänserndorfer offensichtlich locker, wenn er sich angegriffen fühlt. So reichte ihm eine telefonische Nachricht von einem Freund, der ihm von einem Burschen mitteilte, der ihn schlagen wolle.

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Verteidiger Dieter Koth erkämpfte einen Freispruch.

Zur Rede gestellt, gab sich der vermeintliche Bedroher unwissend, sprach von einem Missverständnis und die Begegnung verlief noch unblutig. Es kam aber zu einem weiteren Treffen, bei dem es nach gegenseitigen Unmutsäußerungen zu Tätlichkeiten kam.

„Er hat mir Faustschläge versetzt. Ich habe mich gewehrt und zurückgeschlagen. Da haben seine Begleiter mich zu Boden gedrückt, festgehalten und er hat mehrfach auf mich eingetreten“, berichtete das 18-jährige Opfer im Zeugenstand von einem massiven Gewaltausbruch des Teenagers.

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Anwalt Gerald Perl war ebenfalls erfolgreich.Hahslinger

„Bei mehrfachen Fußtritten wäre es nicht bei einer Beule am Kopf, einer blutigen Lippe und blauen Flecken geblieben“, merkte das Verteidigerduo kritisch an.

Die beiden Mitangeklagten (beide 15-jährig) beteuerten: „Wir haben nur schlichtend eingegriffen, als sie rangelten. Fußtritte haben wir keine gesehen.“

Der 15-jährige Hauptangeklagte gab Tätlichkeiten zu, aber: „Nicht in dem Ausmaß, wie es das Opfer geschildert hat“, beteuerte er. Als Zeichen der Reue anerkannte er 220 Euro Schmerzensgeld, und war bereit, als Sanktion 40 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. Für die mitangeklagten Teenager gab es Freisprüche.