Trendwende: Arbeitslosenrate sinkt. Ende August waren im Bezirk 4.165 Personen ohne Beschäftigung, das entspricht einem Minus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aber: Ältere bleiben Sorgenkinder.

Erstellt am 05. September 2017 (08:19)
Alfred Walbert, Geschäftsstellenleiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Gänserndorf, informiert über aktuelle Zahlen.
NOEN, AMS

Erfreuliches gibt es zum Ende des Sommers vom Arbeitsmarkt zu berichten. Erstmals seit mehreren Jahren sinkt die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung im Bezirk. Ende August waren 4.165 Personen arbeitslos vorgemerkt, das sind um 1,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. „Auch unter Einberechnung der um 60 Personen leicht gestiegenen Anzahl an Schulungsteilnehmern geht sich noch ein kleines Minus bei der Arbeitslosigkeit im August im Bezirk aus“, freut sich AMS-Geschäftsstellenleiter Alfred Walbert.

Umso erfreulicher seien die Zahlen im Lichte der im Juli mit einem Plus von 2,2 Prozent stark gestiegenen Beschäftigung. Im Moment ist die Konjunktur robust genug, um das Arbeitskräfteangebot aufzunehmen. Niederösterreich- und österreichweit geht die Arbeitslosigkeit noch deutlicher um 5,1 bzw. 5,5 Prozent zurück. Auch am für die Beschäftigung der Erwerbstätigen von Gänserndorf wichtigen Arbeitsmarkt Wien sinken die Vorgemerktenzahlen im August um immerhin 5.213 Personen oder 4,2 Prozent. Getragen wird die Beschäftigung von einer guten Konjunktur in Industrie und Gewerbe. Immerhin 153 offene Stellen in diesen Bereichen hat das AMS Gänserndorf im August geworben, fast doppelt so viele wie vor einem Jahr.

Saisonale Einflüsse entscheidend

Für die nächsten Monate werden wieder die saisonalen Einflüsse über die weitere Entwicklung der Arbeitslosigkeit entscheiden. „Bei einer milden Witterung und entsprechend hoher Beschäftigung kann es durchaus sein, dass wir auch in den verbleibenden Monaten des Jahres sinkende Arbeitslosenraten sehen“, gibt sich Walbert optimistisch. Mittel – und längerfristig sind die Aussichten für den Bezirk aber nicht so positiv. Nach wir vor bleiben die strukturellen Probleme des Bezirks, wie z.B. der Mangel an hochrangigen Verkehrsverbindungen, ungelöst.

Vom allgemeinen Aufschwung profitieren junge Menschen bis 25 Jahre, Männer und zumindest kurzfristig auch gering Qualifizierte. Auch der Bestand der Lehrstellensuchenden hat sich im letzten Monat um 25 Prozent verringert. Sorgenkind bleibt die Arbeitslosigkeit bei älteren Arbeitsuchenden ab 50 Jahren, die im August im Bezirk um 39 Personen (+7 Prozent) gestiegen ist.