Unfall-Szenario: Von Bombenlegern bis Selbstmörder. Großeinsatz in Matzen – glücklicherweise aber nur zu Übungszwecken. 125 Florianis aus dem Bezirk probten Ernstfall.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 28. Mai 2018 (18:33)
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Horror-Szenario! Großbrand in der Neuen Mittelschule, ein Mann in selbstmörderischer Absicht am Dach, Bombenalarm und zusätzlich noch ein Unfall mit einem Gefahrengut-Transporter beim Schloss – bei dieser Großübung hatten Feuerwehr und Rettungskräfte ordentlich zu tun.

Nur zwei Personen war der Übungsablauf im Vorhinein bekannt – die Vertreter der Blaulichtorganisationen fanden damit Bedingungen vor, die so realistisch wie nur möglich gestaltet waren. Menschenrettung mit schwerem Atemschutz wurde ebenso geübt wie der Einsatz von Wärmebildkameras zur Ortung der vermissten Personen in dem großen Gebäude.

Auch an kleine Details wurden gedacht

Beim Schulszenario mussten insgesamt 43 Personen, teilweise verletzt, geborgen und an den Katastrophenzug des Roten Kreuzes Gänserndorf zur weiteren Versorgung übergeben werden. Die Bergung erfolgte teilweise durch Drehleiter und Hubsteiger aus den oberen Stockwerken – hier lag der Fokus auf der schwierigen Phase, aufgeregte oder verletzte Personen fachgerecht aus den Fenstern zu bekommen. Der „Selbstmörder“ konnte durch Einheiten der Exekutive zur Aufgabe überredet und mit der Drehleiter vom Dach geholt werden.

Sehr realistisch dazu spielten einige Freiwillige verzweifelte Mütter, die ihre Kinder noch im brennenden Gebäude vermuteten. Eine zusätzliche Herausforderung an die Rettungsteams war, nicht zu wissen, wie viele Personen genau vermisst werden. Sogar an neugierige und aufdringliche Reporter wurde gedacht und mit Kommandant Manfred Neubauer eine Person für die Pressearbeit abgestellt. Im Szenario Schadstoffereignis stellte sich den Übenden der Unfall mit einem Gefahrengut-Transporter mitten im bewohnten Gebiet samt verletzten Personen als Herausforderung.

Mit 20 Fahrzeugen und 125 Mann/Frau nahmen die Wehren Matzen, Prottes, Spannberg, Groß-Schweinbarth, Raggendorf, Dörfles, Ollersdorf, Klein Harras, Deutsch-Wagram, Gänserndorf, Strasshof, Schönkirchen-Reyersdorf und Auersthal teil. Das Rote Kreuz war mit 14 Fahrzeugen und 48 Mitarbeitern vor Ort – hier wurde gleichzeitig die Versorgung von Verletzten geübt. Insgesamt 150 Freiwillige „Darsteller“ sorgten für ordentlich Betrieb bei den Helfern. In einem waren sich alle einig: Mögen auch nur Teile so eines Szenarios niemals Realität werden.