Verkehrsrowdy ohne Schein muss einsitzen. „Es geht nicht, dass ein Lenker ohne Schein durchdreht und Verkehrsteilnehmer bedroht“, sagt Richter und gewährt kein Pardon.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 30. August 2017 (05:30)
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„Er hat mich überholt und dann plötzlich grundlos gebremst. Ich legte eine Vollbremsung hin, aber es ging sich nicht mehr aus und ich fuhr auf. Zum Glück kam es zu keinen Schäden an den Fahrzeugen“, schildert ein 22-jähriger Weinviertler aus dem Bezirk Gänserndorf vor Gericht die Begegnung am 30. Mai dieses Jahres in Markgrafneusiedl.

„Der Verkehrsteilnehmer zuckte völlig aus, sprang aus dem Wagen und kam schreiend auf mich zu. Er wirkte sehr aggressiv und ich versperrte sicherheitshalber das Auto. Ich solle rauskommen, sonst würde er mich umbringen, verlangte er. Dann langte er durchs Fenster, packte mich am Oberarm und zog daran“, erzählt der Weinviertler, der sich aber auf keinen ausufernden Streit einließ.

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Richter Manfred Hohenecker befand den 32-jährigen Angeklagten für schuldig.
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Wie sich die Begegnung abspielte, konnte eine 70-jährige Anrainerin bezeugen: „Ein Mann saß im Wagen und ein anderer tobte und schrie. Er riss vom Fahrzeug einen Scheibenwischer ab und wollte aufs Auto urinieren. Da habe ich ihm mit der Polizei gedroht, wenn er sich weiter so aufführt.“

Der beschuldigte Autofahrer, ein 32-Jähriger aus dem Bezirk Gänserndorf, zeigte vor Gericht wenig Einsicht. Er räumt nur ein, „überreagiert“ zu haben, weil der andere Lenker einen Unfall provoziert habe. Nach dem Beweisverfahren befindet Richter Manfred Hohenecker den 32-Jährigen für schuldig. Er verhängt über den vorbestraften Verkehrsrowdy eine achtmonatige Gefängnisstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.