Warmer November: Eislaufplatz hielt nur vier Tage

Auch Bauern in Sorge.

Erstellt am 14. November 2018 | 04:12
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Das waren noch Zeiten: Im November 2010 sah der Matzner Eislaufplatz so aus.
Foto: NÖN-Archiv

Am 26. Oktober hatte der beliebte Matzner Eislaufplatz seine Pforten geöffnet, vier Tage später musste ihn die Gemeinde wieder schließen. Grund: Wegen der hohen Temperaturen schmolz das Eis unter den Füßen der Schlittschuhläufer. „So etwas hat es noch nie gegeben“, erinnert sich Roman Prohaska vom Matzner Gemeindeamt im NÖN-Gespräch.

Ein geschmolzener Eislaufplatz ist aber nur eines der ungewöhnlichen Ereignisse, die uns der warme Herbst im Bezirk Gänserndorf beschert. Ein weiteres kennt Gänserndorfs Bezirksbauernkammer-Obmann Manfred Zörnpfenning: „Die Herbstkulturen entwickeln sich zu üppig. Kommen lange Kahlfröste, kann es sein, dass die Pflanzen dies nicht überleben.“

„Das Problem ist, dass aufgrund der hohen Temperaturen die Herbstkulturen zu groß werden.“ Manfred Zörnpfenning, Bauernkammer-Obmann

Zur Erklärung: Im Herbst werden im Marchfeld zum Beispiel Wintergerste, Winterraps und Winterzwiebeln angebaut, die dann im Frühsommer darauf geerntet werden. Diese Pflanzen sollten im Herbst aber nur eine gewisse Höhe erreichen. Werden sie aufgrund der warmen Temperaturen zu groß, droht ihnen der Frost-Tod. Zörnpfenning: „Jedoch nur, wenn es längere Zeit Minusgrade ohne Schnee gibt. Mit Schnee wiederum verkraften die Pflanzen den Frost.“

Temperaturstatistik Neunkirchen
Quelle: ZAMG; Foto: MNStudio/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Übrigens: Einmal fiel in diesem Herbst im Bezirk das Thermometer unter null Grad. „Das war Ende September, da gab es einen kurzen Morgenfrost. Der hatte aber keine Auswirkungen“, weiß der Bezirksbauernkammer-Obmann.

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Blühende Blumen in den Gärten – wie hier in Groß-Schweinbarth – prägen derzeit das Bild im Bezirk. Grund: Erst einmal gab es in diesem Herbst in der Region einen kurzen Morgenfrost.
Schindler

Was wäre nun für die Landwirtschaft wichtig? „Dass es endlich abkühlt und viel regnet. Wir hatten leider schon das ganze Jahr über zu hohe Temperaturen und zu wenig Niederschlag“, so Zörnpfenning. Dem Bauern bereiten auch die Schädlinge Sorgen: „Dafür, dass es November ist, gibt es bei uns noch viel zu viele Blattläuse und Zikaden.“ Die an Pflanzen saugenden Insekten gefährden ebenfalls die Kulturen auf den Äckern.

Freunde des warmen Novembers findet man natürlich auch: Die Straßenmeistereien, die bisher weder Schneepflug noch Streusalz brauchten, und die Bauwirtschaft. Übrigens: Seit Samstag ist der Eislaufplatz in Matzen wieder geöffnet. Bis jetzt hält das Eis ...