Weinlese: Qualität stimmt – und das früher als sonst. Bereits diese Woche beginnen heimische Winzer mit der Traubenernte. Hitze sorgte für verfrühte Lese und hohen Ertrag.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 09. August 2018 (04:03)
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Die Hauptlese beginnt im Südlichen Weinviertel schon im August und nicht – wie es sonst üblich ist – in der zweiten Septemberwoche.Shutterstock/Jacob Lund

Werner Zirnsack, Weinbauvereins-Obmann in Jedenspeigen-Sierndorf, startet heute, Mittwoch, die Weinernte – zwei bis drei Wochen früher als sonst. „Die Blüte hat heuer schon früh begonnen, zudem war es im April sehr heiß und im Mai sowie Juni gab es genug Regen“, erklärt Zirnsack die Gründe für die frühe Lese, und ergänzt: „Alles in allem herrschten Bedingungen, wie man sie sich wünscht.“

„Alles in allem herrschten Bedingungen, wie man sie sich wünscht.“ Werner Zirnsack, Winzer aus Sierndorf

Mit dem frühen Erntetermin ist der Sierndorfer Winzer bei Weitem nicht allein. Österreichs Weinbau-Präsident Johannes Schmuckenschlager bestätigt die Situation für die komplette Region: „Der Wein hat sehr früh angetrieben, dadurch sind wir in der Vegetation schneller vorangekommen. Derzeit liegt man im Durchschnitt etwa drei Wochen voraus.“ Vergleichbar mit dem diesjährigen frühen Erntestart seien bisher nur zwei andere Jahre, nämlich 2000 und 2003. Auch damals wurde früher mit der Weinlese begonnen.

Hoher Ertrag und  gute Qualität erwartet

So lange kein Hagel mehr dazwischenkommt, rechne man mit einem guten Jahrgang – sowohl hinsichtlich Ertrag als auch in Bezug auf die Qualität. Säurebetont sollen die edlen Tropfen aber nicht werden, wie Zirnsack erklärt: „Je reifer die Traube ist, desto weniger Säure beinhaltet sie – und je heißer es ist, desto reifer ist die Traube.“

Momentan sei die Hitze fast schon zu groß: „Wir werden uns mit der Lese beeilen müssen. Je heißer es ist, desto weniger Most ist in den Trauben“, so der Winzer.

Übrigens: Insgesamt etwa 28.000 Hektar Rebfläche hat NÖ vorzuweisen. 14.583 Hektar davon befinden sich im Weinviertel – und wiederum etwa 20 Prozent davon werden im Bezirk Gänserndorf bewirtschaftet. Nahezu das gesamte österreichische Rebsortiment wird hier angepflanzt.