Zayatalbahn: Reanimation für Tourismus. Auf der Strecke zwischen Hohenau und Mistelbach werden dieses Jahr wieder Züge fahren.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 12. Januar 2020 (04:35)
Zwischen Hohenau und Mistelbach werden dieses Jahr wieder Züge fahren: Die Zayatalbahn GmbH schafft ein Angebot für den sanften Tourismus.
Schneider

Während im Süden des Bezirkes die Bahnlinie „Schweinbarther Kreuz“ eingestellt wurde, wird im Norden an der Wiederbelebung einer Bahn gearbeitet: Die noch junge Zayatalbahn GmbH übernahm die Strecke der Lokalbahn Mistelbach-Hohenau im Dezember von den ÖBB.

Gerhard Ullram vom Verein „Neue Landesbahn“ ist Geschäftsführer der Zayatalbahn und erläutert die Pläne der Firma: „Der Verein als Betreiber plant künftig, die Region touristisch zu beleben – und zwar mit ähnlichem Konzept wie am Erlebniszug Leiser Berge oder am Reblaus-Express.“ Vorerst sind dazu monatliche Fahrten zwischen Mai und Oktober geplant, wobei die Schwerpunktthemen der Wein und der Radtourismus sein werden. Parallel zur Bahn verläuft nämlich auch der Radweg „Eurovelo 9“.

Keine Sanierungsarbeiten für Bahnstrecke

An der Zayatalbahn GmbH haben sich neben Ullrams Verein „Neue Landesbahn“ auch einige private Investoren sowie die Gemeinden Wilfersdorf, Hauskirchen, Neusiedl an der Zaya und Hohenau beteiligt. Da sich die Bahnstrecke grundsätzlich in gutem Zustand befindet, werden keine aufwendigen Sanierungsarbeiten notwendig sein. Allerdings werden zwischen Hauskirchen und Neusiedl 300 Schwellen getauscht, um eine höhere Fahrgeschwindigkeit der Züge zu erlauben.

Einnahmen sollen auch über eine Streckenpatenschaft lukriert werden: So plant Ullram, dass Interessenten Abschnitte der Bahntrasse mit einer Länge von zehn Metern bis zu einem Kilometer übernehmen können. Außerdem möchte der Geschäftsführer die Vereine der anliegenden Gemeinden in den Bahnbetrieb einbinden.

Insgesamt steht für Ullram fest, dass die Zayatalbahn ein einzigartiges Angebot für den sanften Tourismus vorzuweisen hat: Das Liechtensteinschloss Wilfersdorf liegt auf der Strecke und in Mistelbach befindet sich mit dem Landesbahn-Museum ein weiteres Top-Ausflugsziel. Zudem schätzt der Bahnliebhaber das Besucherpotenzial im Städtedreieck Wien – Pressburg – Brünn als enorm ein.

Ullram ist mit dem Verein „Neue Landesbahn“ vor 17 Jahren angetreten, um „einige Teile des ehemals dichten Weinviertler Lokalbahnnetzes zu retten bzw. zu nutzen“. Bereits seit seiner frühen Kindheit ist er bahnbegeistert und erinnert sich noch an das ehemalige Schienennetz im Weinviertel: Es erlaubte eine Rundfahrt von Mistelbach über Dobermannsdorf nach Bad Pirawarth und wieder zurück nach Mistelbach.