Zickenkrieg eskalierte. „Sie hat schlecht über uns geredet“, erklärt Mädchentrio vor Gericht, warum es einer Mitschülerin eine Abreibung verpasst hat.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 11. Dezember 2017 (18:48)
APA (Symbolbild)
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„Wir haben ihr jede eine Watschen an der Bushaltestelle gegeben“, gestehen die drei Teenager (14-, 15- und 16-jährig) vor Strafrichter Rainer Klebermaß. „Sie hat uns immer schlecht gemacht und Gerüchte über uns in die Welt gesetzt.“

Das Geständnis fällt ihnen offensichtlich leicht, Reue und Einsicht zeigen sie eher weniger. Es empört sie sogar noch heute vor Gericht, dass die verhasste Mitschülerin (14) zum angekündigten Treffen mit Begleitschutz einiger Klassenkameraden erschienen war: „Da taucht sie mit rund 15 Personen auf. Mussten es so viele sein?“ Der Richter entgegnet: „Wenn ich eine SMS bekomme, dass ich nach der Schule erwartet und im Krankenhaus landen werde, hole ich mir auch Verstärkung und Begleitschutz“, und kommentiert das aufgeregte Geschnatter des Mädchentrios: „Warum geistert mir die ganze Zeit das Wort Gänsestall im Kopf herum?“

„Warum geistert mir die ganze Zeit das Wort Gänsestall im Kopf herum?“Strafrichter Rainer Klebermaß

Der Begleitschutz habe einen tätlichen Zusammenstoß zunächst auch verhindert, aber an der Bushaltestelle habe man sich die Verhasste geschnappt und zugelangt, schildern die drei Beschuldigten. Ihren Kopf wollen sie aber nicht gegen eine Wand geschlagen haben, beteuern sie. Woher die Schädelprellung beim Opfer kam, können sie sich nicht erklären. Man gehe sich jetzt aus dem Weg und es herrsche Frieden.

Für das bislang unbescholtene Mädchentrio endet der eskalierte Zickenkrieg glimpflich: Das Strafverfahren wegen Körperverletzung gegen sie wird für einen Tatausgleich auf Eis gelegt: Die Mädchen müssen sich an einen Tisch setzen und unter professioneller Anleitung ausdiskutieren, wie man Konflikte gewaltfrei bewältigt.