Zug-Pendler: Nur 15 Prozent mit Angebot zufrieden. Arbeiterkammer-Umfrage zeigt: Auf Nordbahn gibt es Nachholbedarf. Bezirk muss sich allerdings noch gedulden.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 26. Oktober 2016 (05:00)
ÖBB
VP-Landesrat Karl Wilfing (links) und ÖBB-Regionalmanager Michael Elsner präsentierten vergangene Woche den neuen ÖBB-Fahrplan.

Pendler wissen es vermutlich längst, alle anderen erfahren es jetzt: Durch den Bezirk Gänserndorf verlaufen zwei Bahnlinien für den Personenverkehr. Einerseits die S1 (Nordachse), die Wien mit Gänserndorf verbindet und über Hohenau weiter nach Tschechien führt. Andererseits die Marchegger Ostbahn (als Weiterführung der Wiener Linie S80), die über Raasdorf, Glinzendorf, Leopoldsdorf, Untersiebenbrunn und Lassee nach Marchegg führt.

Haltestellen zwischen Gänserndorf und Marchegg bzw. Bad Pirawarth sowie die Gemeinden Auersthal und Raggendorf werden von Nebenbahnen bedient.

2.000 Pendler befragt

Bahn-Pendler wissen vermutlich ebenfalls, dass im Nahverkehr nicht immer alles so reibungslos verläuft, wie es wünschenswert wäre. Aus diesem Grund startete die Arbeiterkammer (AK) eine groß angelegte Online-Umfrage unter insgesamt 2.000 Bahn-Pendlern, die vergangene Woche präsentiert wurde. Dabei für den Bezirk interessant: 21 Prozent der Betroffenen bewerteten das Zug-Angebot entlang der Nordbahn als „ungenügend“, 32 Prozent als „gerade noch ausreichend“.

Für 15 Prozent ist alles „in Ordnung“. Ganz oben auf der Wunschliste der Pendler sämtlicher Linien stehen ein ausreichendes Sitzplatzangebot, kürzere Fahrzeiten, pünktlichere Züge und häufigere Verbindungen – Letztere vor allem zu den Hauptverkehrszeiten: 38 Prozent der Nordbahn-Fahrer wünschen sich eine höhere Bahn-Frequenz zwischen 5 und 9 Uhr, 40 Prozent würden sich über eine stärkere Streckenbefahrung zwischen 15 und 19 Uhr freuen.

Fahrplan: Vieles neu, aber Bezirk muss warten

Mit 11. Dezember tritt nun europaweit der neue Fahrplan in Kraft. „Der Taktfahrplan wird auch in diesem Jahr fortgeführt, da er von den Pendlern gut angenommen wurde. Das zeigt sich auch ganz deutlich in den Fahrgast-Zuwachsraten in diesem Jahr. Gleichzeitig führen wir viele Verbesserungen im Angebot in ganz NÖ durch“, erklärte VP-Verkehrslandesrat Karl Wilfing.

Während andere NÖ Strecken also ab Dezember stärker frequentiert werden, muss man sich im Bezirk noch ein wenig gedulden. Schon früher berichtete die NÖN, dass die Nordbahnstrecke bis 2026 ein komplettes Makeover erhalten soll – mit Geschwindigkeitserhöhung auf 160 km/h und einem Takt von 15 Minuten zwischen Wien und Gänserndorf. Bei der diesjährigen Fahrplanumstellung bleibt bei den Linien im Bezirk alles wie gehabt.

„Die großen Änderungen, die im Vorjahr mit der Vollinbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofs einhergegangen sind, gibt es beim heurigen Fahrplanwechsel nicht, die Fahrgäste können weiter wie gewohnt unterwegs sein“, heißt es seitens der ÖBB.

„Im Nah- und Regionalverkehr wird das Angebot zusätzlich ausgeweitet und Schritt für Schritt noch besser vertaktet“, so ÖBB-Regionalmanager Michael Elsner. Im Bezirk profitieren davon die Fahrgäste auf der Marchegger Ostbahn, die ja aktuell elektrifiziert und ausgebaut wird. Die Regionalzüge verkehren dabei wie gehabt stündlich zwischen Wien Hausfeldstraße und Marchegg.

Und auch jene, die auf Bus-Verbindungen angewiesen sind, können sich freuen: „Bei der Anbindung zwischen Bus und Bahn werden Feinjustierungen im Regionalbus-Bereich vorgenommen.“