Zurück zum Normalbetrieb: OMV fährt wieder hoch. Nach der pandemiebedingten „Vollbremsung“ Mitte März kehrt langsam wieder der Alltag in den Betriebsstätten und Büros des Erdölunternehmens ein.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 22. Juni 2020 (03:01)
Konzernsprecherin Elena Menasse, OMV-Austria-Geschäftsführer Reinhard Oswald und Kommunikationsmanagerin Helga Vogg.
Mauritsch

Nach der coronabedingten Vollbremsung am 16. März fährt die OMV wieder hoch. Die Öl- und Gasproduktion erhielt der Konzern als systemrelevanter Betrieb natürlich aufrecht. Nun kehren die Mitarbeiter in Etappen wieder in die Büros zurück, Projekte werden wieder aufgenommen. Der Geschäftsführer der OMV Austria in Gänserndorf führt im NÖN-Gespräch aus, wie das geht.

Homeoffice und Videokonferenzen prägten den Büroalltag in den letzten Monaten. „Wir führen Meetings auch im Büro noch immer per Video durch – erstens wegen der Risikominimierung und zweitens hat sich das System bewährt. Pünktlichkeit und Effizienz nehmen damit zu, was sich im Erfolg widerspiegelt“, nimmt Oswald die Erfahrungen in die „Normalität“ mit.

Unterschiede zu Vor-Corona-Zeiten gibt es trotzdem. Die Mitarbeiter sind in Teams eingeteilt, in den Büros soll möglichst nur eine Person sitzen. Im ganzen Haus gilt Maskenpflicht, Desinfektionsmittel sind allerorten zu finden. Lifte dürfen nur von einer Person pro Fahrt genützt, systemkritische Arbeitsbereiche nicht betreten werden. Teilweises Homeoffice ist noch bis Ende Juni geplant. Ob und in welchem Ausmaß Mitarbeiter dann von Zuhause arbeiten, ist noch nicht entschieden.

Mit Ende Mai kehrten auch rund 50 Prozent der Mitarbeiter und Kontraktoren an ihre Arbeitsplätze zurück. Verschärfte Hygienestandards gelten auch im Einsatz am Feld. Arbeiten nur mit MNS-Masken, Tische und Bänke für Pausen wurden im Freien aufgestellt. Zuerst wurden kritische Vorhaben wie das Kompressorprojekt im Speicherbetrieb fertiggestellt. Nun gilt es, die ausgesetzten Tätigkeiten aufzuholen. „Das Abarbeiten des Rückstaus wird voraussichtlich noch bis Sommer dauern“, so Oswald. Zugute kommt der OMV, dass Sonden eine reparaturfreie Zeit von rund sieben Jahren haben. Die Inspektionen mussten aus Sicherheitsgründen auch während des Shutdowns weiterlaufen.

Notfallspläne wurden Stresstests unterzogen

Die Notfallpläne der OMV erfuhren während der Krise einen Stresstest. Sie haben bestanden. „Wir mussten nur Kleinigkeiten anpassen“, zeigt sich Oswald zufrieden. „Wenn alles passt, sollten im Herbst wieder alle da sein“, hofft Oswald, dass es keine zweite Welle gibt. Übrigens: Kurzarbeit oder Kündigungen gab es bei der OMV keine. Urlaub musste allerdings abgebaut werden.

Wie sieht es nun mit dem Bohrprogramm aus? Oswald dazu: „Wir starten wie ursprünglich geplant ab Februar oder März 2021.“ Dennoch: Das Investitionsprogramm wurde gekürzt oder ins nächste Jahr verschoben. Darunter fallen auch das Upgrade der Wasserflutanlage Schönkirchen-Reyersdorf und acht Bohrungen im Bezirk – Maßnahmen, die sich auf die Kommunalsteuereinnahmen des Erdöl- und Erdgasverbandes und damit direkt auf die Finanzen der Gemeinden auswirken werden. Man erwartet einen Rückgang von 10 bis 20 Prozent.

Die Bohrung Altlichtenwarth war leider trocken und wird nächsten Jahr liquidiert, es wird alles wieder abgebaut. Man hoffte, an der Kante des Steinbergbruches Gas zu finden. 4.000 Meter ging die Bohrung in die Tiefe. Es fehlte aber die oberste Deckschicht, die das Gas in der Lagerstätte hält.