Zuzug: Der Bezirk ist Spitzenreiter . Mit plus 1,4 % liegt der Bezirk Gänserndorf österreichweit auf Platz 1. Gegensätze zwischen den Gemeinden gibt es dennoch.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 17. Februar 2018 (04:10)
NÖN
Um 1,4 Prozent oder 1.427 Personen wuchs der Bezirk Gänserndorf im vergangenen Jahr. Die Bezirkshauptstadt hat mittlerweile 11.407 Einwohner – 211 mehr als noch vor einem Jahr.

„Die Anfragen für Kindergarten und Hort sind stark am Steigen – dieses Frühjahr eröffnen wird die insgesamt 18. Gruppe“, sagt Groß-Enzersdorfs SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec. Ihre Stadt verzeichnete von 2017 auf 2018 absolut das größte Bevölkerungswachstum des gesamten Bezirks Gänserndorf: 382 Personen zogen im vergangenen Jahr in die Gemeinde. „Zu uns kommen viele junge Familien, entsprechende Infrastruktur wird daher ständig erweitert. Wir sind bemüht, Lösungen zu finden, dass im Herbst alle Kinder einen Kindergartenplatz bekommen“, so Obereigner-Sivec.

Mit 1. Jänner 2018 zählte Groß-Enzersdorf 11.207 Einwohner – 8,4 Prozent mehr als genau ein Jahr davor. „Wir sind die klassische Wohngemeinde am Rande Wiens mit dem Nationalpark Donau-Auen auf der einen Seite und einer direkten Anbindung an Wien auf der anderen.“ Das komme vor allem bei jungen Familien gut an, erklärt die Stadtchefin.

"Preise seien in Gänserndorf noch günstiger"

Der Bezirk Gänserndorf insgesamt ist jener mit dem österreichweit größten Zuzug: Um 1,4 Prozent wuchs er 2017 und überholt damit sogar die Bundeshauptstadt Wien (+ 1,2 %). „Die Menschen wollen nicht weiter als eine halbe bis dreiviertel Autostunde entfernt von Wien leben“, so Remax-Immobilienexperte Bernhard Rettig gegenüber dem Kurier. Die Preise seien in Gänserndorf dabei noch um ein Vielfaches günstiger als in Baden oder Mödling.

Ein konträres Bild zeigt sich jedoch in Mannsdorf: Obwohl nur etwa zehn Kilometer von Groß-Enzersdorf entfernt, verzeichnete man dort den größten Rückgang im Bezirk Gänserndorf: 4,7 Prozent oder 17 Einwohner weniger als vor einem Jahr leben heute in Mannsdorf, insgesamt sind es 342. VP-Bürgermeister Christoph Windisch kennt die Ursachen – und die liegen nicht unbedingt in einer schlechten Anbindung an Wien. „Der Hauptgrund ist, dass landwirtschaftliche Arbeitskräfte nicht mehr hauptwohnsitzgemeldet sein müssen.“ In der Kommune seien derzeit rund 250 Saisonarbeitskräfte tätig. Aktuell entstehen in der Gemeinde zehn neue Wohneinheiten. „Bei uns herrscht ab jetzt eher wieder Aufschwung. Der Tiefpunkt ist erreicht“, so der Ortschef.

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