Marchfeld-Schutzdamm: Sanierung startet bald. Im Herbst werden die Bauarbeiten entlang der Donau beginnen. 94,3 Millionen Euro kostet das Projekt. Dieses soll bis zum Jahr 2020 abgeschlossen sein.

Erstellt am 06. Juni 2017 (21:11)
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Symbolbild
APA (dpa)

Wie die NÖN berichtete, wird der Marchfeld-Schutzdamm saniert. Jetzt liegen die gesamten Zahlen und Fakten auf dem Tisch: 94,3 Millionen Euro soll das Projekt kosten.

Davon trägt das Infrastrukturministerium 66 Millionen, den Rest teilen sich Wien und NÖ. VP-Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf kündigt zudem eine rasche Umsetzung des Projekts an.

Rund 85 Kilometer lang

Der Marchfeld-Damm schützt das gesamte Marchfeld vor Überflutungen durch die Donau und verläuft mit einer Gesamtlänge von rund 85 Kilometern vom Hafen Lobau in Wien bis nach Schloßhof und umfasst Rückstaudämme entlang des Rußbaches und des Stempfelbaches.

Das Projekt wird durch die „via donau“ abgewickelt, die noch im Juni ein europaweites Vergabeverfahren einleitet.

Bauarbeiten bis 2020 abgeschlossen

Die Bauarbeiten sollen im Herbst beginnen und bis 2020 abgeschlossen sein. Da ein Großteil des Damms im Nationalpark Donau-Auen liegt, muss bei der Sanierung besonders auf die Ökologie geachtet werden.

Die Stadt Wien setzte bereits den Großteil eines 75 Millionen Euro umfassenden Investitionspaketes zum Hochwasserschutz erfolgreich um. So hätten Maßnahmen am Marchfeld-Schutzdamm, die bis in den Bereich des Schönauer Schlitzes reichen, bereits beim Rekordhochwasser im Jahr 2013 schwere Schäden verhindert.

Auch der linksufrige Bereich der Donau in Wien bis hinter den Hafen Albern ist schon gegen ein Hochwasser im Ausmaß von 14.000 Kubikmetern pro Sekunde geschützt. Die abschließenden Arbeiten bis zur Einmündung der Schwechat in die Donau und im Bereich Stopfenreuth seien in Vorbereitung.

Projekt seit vier Jahren im Regierungsprogramm

Das Land NÖ habe mit einem ambitionierten Ausbauplan den Hochwasserschutz seit 2002 massiv verstärkt und bereits über 260 Gemeinden sicherer gemacht. SP-Infrastrukturminister Jörg Leichtfried verweist darauf, dass das Großbauprojekt gleich nach den schweren Überflutungen 2013 im Regierungsprogramm verankert wurde.

Nun nehme man 94,3 Millionen für die Sicherheit der Menschen im Marchfeld in die Hand. Der gemeinsame Hochwasserschutz habe für Wien und NÖ höchste Priorität, erklärt die Wiener SP-Umweltstadträtin Ulli Sima. Pernkopf ist das Sanierungsprojekt besonders wichtig, weil er die Situation genau kennt und die Hochwasser-Katastrophe 2013 als Leiter des Katastrophenstabs mit den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr selbst miterlebte.