Gerichtsstreit: Enkel gegen Großvater. Familienmitglieder prozessierten gegeneinander. „Ich hätte nie gedacht, dass das Ganze so ausartet“, sagt eine der Parteien.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 29. November 2018 (04:39)
Letztlich einigten sich die Streitparteien außergerichtlich.
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Johann U. besaß einst zwei Bauernhöfe, einen davon übertrug er im Jahr 2014 seiner Tochter und dem Enkelsohn, der seither auf diesem lebt. In einem als Wohnung umgebauten Kuhstall hat U. auch heute noch ein Wohnungsgebrauchsrecht.

Dieser wurde von einem Sachverständigen auf 20.000 Euro geschätzt, die der Enkel seinem Großvater auszahlen wollte – aber der nahm nicht an. Im Jahr 2016 eskalierte die Situation, woraufhin eine einstweilige Verfügung erwirkt wurde und U. die Liegenschaft ein Jahr lang nicht mehr betreten durfte.

"Dass das Ganze so ausartet, hätte ich nie gedacht"

Ein Aufeinandertreffen der Beteiligten gab es im Jänner dieses Jahres am Bezirksgericht Mistelbach. Johann U. wurde vorgeworfen, in eine Scheune eingebrochen zu sein, woraufhin es zu wüsten Beschimpfungen und körperlichen Attacken gekommen sein soll. Auch über das Wohnungsbleiberecht und die angebotenen 20.000 Euro wurde noch einmal diskutiert.

Vor Kurzem wurden die Verhandlungen abgeschlossen – U. bekam Recht. Der Enkel habe übertrieben und die Gründe für einen Wohnungsrecht-Entzug seien nicht schwerwiegend genug, hieß es im Urteil. U wohnt nach wie vor bei seiner Lebensgefährtin. „Dass das Ganze so ausartet, hätte ich nie gedacht“, sagte er gegenüber dem ORF. Letztlich einigten sich Großvater und Enkel noch während der Verhandlung: Ersterer verzichtete für eine Ablösesumme freiwillig auf sein Wohnrecht.