Viele Sparmeister unter Gemeinden im Bezirk. Auffallend viele Gemeinden des Bezirks weisen gute finanzielle Gebarung auf. Die NÖN wollte wissen, warum dem so ist.

Von Edith Mauritsch und Stefan Havranek. Erstellt am 26. Juli 2020 (03:49)
Symbolbild
APA (dpa/Archiv)

Der Bezirkssieger der österreichweiten Bonitätsrankings der Gemeinden heißt Velm-Götzendorf. Und nicht nur das. In der Gruppe der Gemeinden von 501-1.000 Einwohner belegt die kleine Gemeinde im Südlichen Weinviertel den ersten Platz in Niederösterreich und sogar den zweiten in ganz Österreich.

„Bonitäts-König“ Haasmüller: „Halten Ausgabenpenibel ein“.
NÖN

VP-Bürgermeister Gerald Haasmüller übt sich in bescheidener Zurückhaltung: „Die schlechten Bonitätswerte aus dem Jahr 2015 sind heuer in der Berechnung weggefallen.“ Dennoch, es bedarf kontinuierlicher Arbeit, um die Bonität einer Gemeinde stabil zu halten. Entsprechend umfasst der Beobachtungszeitraum immer drei Jahre. „Wir versuchen schon einige Jahre, nur im Voranschlag vorgesehene Projekte durchzuführen. Die Ausgaben werden penibel eingehalten, meist sogar unterschritten“, so Haasmüller.

Dazu kommt, dass alle Fördermöglichkeiten maximal ausgeschöpft werden. Für Haasmüller spielt der Übertrag des defizitären Betriebes des Wassernetzes an die EVN eine wichtige Rolle: „Die Mittel können anderweitig nutzbringend verwendet werden.“

Schönkirchen-Reyersdorf, Dauergast im Bonitätsranking und einige Jahre ganz vorne mit dabei, findet sich heuer auf Platz 116, eine Verbesserung zum Vorjahr von 25 Plätzen. VP-Bürgermeister Alexander Gary bedankt sich insbesondere bei der Gemeindeverwaltung: „Das Ziel ist es, die finanzielle Gesundheit der Gemeinde auch zukünftig sicher zu stellen. Gleichzeitig ist es im Interesse der Ortsbevölkerung wichtig, notwendige Investitionen zu tätigen und geplante Projekte wie den neuen Bauhof oder die Bauplätze rasch zu realisieren.“

Hauskirchen machte viele Plätze wett

Platz zwei im Bezirk belegt Hauskirchen auf Rank 18, das sich zum Vorjahr um 31 Plätze verbessern konnte. Es folgt Markgrafneusiedl auf Platz 54. Die Marchfeldgemeinde machte damit 2020 gleich 85 Ränge gut und ist damit im Bezirk zweitplatzierte unter den Gemeinden mit 501-1.000 Einwohnern. Auch Lassee konnte 50 Plätze hinaufklettern und nimmt Platz 136 österreichweit ein. Angern machte 13 Ränge wett und rangiert nun auf Platz 232. Neu im Ranking sind Untersiebenbrunn auf Platz 110, Orth auf Platz 127 und Weiden auf Platz 224.

Freude herrscht beim Orther VP-Bürgermeister Johann Mayer: „Zum einen haben wir mit den Pharma-Firmen große Wirtschaftstreibende in der Gemeinde, was natürlich Geld in die Kasse spült – auch, wenn mittlerweile nicht mehr so viele Leute dort beschäftigt sind wie früher.“ Abgesehen davon ist Orth auch mit relativ vielen kleinen und mittleren Betrieben gesegnet. „Natürlich kommt hier auch die sparsame Wirtschaftspolitik der Gemeinde zum Tragen“, ist sich Mayer sicher: „Man muss bei den laufenden Kosten aufpassen und darf nur investieren, wo es sinnvoll ist.“ Auch Weiden hat mit der GasConnect-Anlage einen Wirtschaftsriesen in der Gemeinde. Zudem wurde ein neues Betriebsgebiet erschlossen. „Dort könnte sich in nächster Zeit auch noch etwas tun“, so der stolze VP-Bürgermeister Markus Lang, der einen weiteren Grund für die gute Bonität Gemeinde kennt: „Wir versuchen, möglichst viel durch unsere eigenen Mitarbeiter erledigen zu lassen.“

Untersiebenbrunns VP-Bürgermeisterin Dagmar Zier sieht die florierende Wirtschaft in Untersiebenbrunn als Motor für die guten Finanzen.

Das Gemeindebonitätsranking wird vom Magazin „public“ mit dem KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung erstellt und umfasst insgesamt 2.097 Gemeinden. Die 250 Besten werden publiziert.