Deponie: Die Wogen gingen hoch. Demonstranten vor dem Rathaus, Unmut bei der Verhandlung.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 04. Dezember 2019 (06:00)

An die 100 empörte Bürger demonstrierten am Donnerstag vor dem Rathaus, um ihrem Unmut über eine geplante Baurestmasse-Deponie in der Katastralgemeinde Breitensee kundzutun (die NÖN berichtete). Als es danach zur Verhandlung ins Amtsgebäude ging, wurde der Platz im Sitzungssaal recht schnell knapp.

Unter den Demonstranten waren auch Gemeindevertreter aus Marchegg, darunter VP-Bürgermeister Gernot Haupt, VP-Vize Richard Kohl und SP-Stadtrat Karl-Heinz Klement, Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz sowie aus Engelhartstetten VP-Bürgermeister Josef Reiter und geschäftsführender VP-Gemeinderat sowie Groißenbrunns VP-Ortsvorsteher Erich Welleschitz, die aufgrund des erhöhten Lkw-Aufkommens durch die Deponie merkbare Verschlechterungen für die Nachbargemeinde befürchten.

Bürger besorgt um die Lebensqualität

Die Stimmung war sehr emotional, Verhandlungsleiter Richard Stach sah sich regelmäßig mit empörten Zwischenrufen aus dem Publikum konfrontiert, die Bürger zeigten sich besorgt um die Lebensqualität in Breitensee sowie die Gesundheit von Mensch und Umwelt.

In der Deponie, einer ehemaligen Schottergrube, sollen pro Jahr bis zu 111.000 m Baurestmasse gelagert werden, darunter auch gefährliche Stoffe wie Asbest. Allen Beteuerungen der Betreiber und Sachverständigen zum Trotz konnten die Zuhörer nicht glauben, dass dadurch keine gefährlichen Stoffe freigesetzt werden könnten.

Haupt will Zufahrtsweg zurückbauen lassen

Eine Zuhörerin verwies auf die Nähe zum Kindergarten („Nur eine Faser Asbest reicht, um mein Kind zu gefährden“), Kohl gab zu bedenken, dass auch das Grundwasser verschmutzt werden könnte. Weitere Einwände galten der Luftverschmutzung oder der Lärmentwicklung durch die erhöhte Anzahl von Lkw. Reiter: „Alle drei Minuten soll ein Laster fahren, darunter werden auch die Straßen in der Umgebung leiden.“ Kainz betonte: „Die Grube liegt höher als der Ort, der Fallout wird durch ungünstigen Wind ins Tal ziehen. Diese Deponie ist falsch an diesem Platz.“

Haupt will den Zufahrtsweg zur Deponie zurückbauen lassen: „Wo wollt ihr dann mit euren Lkw fahren?“, fragte er die Betreiber.

Anschließend ging es zum Lokalaugenschein. Dann gaben die Sachverständigen ihre Gutachten ab. Haupt berichtet: „Da gab es Unstimmigkeiten und es wurde dann schnell klar, dass noch Nachreichungen notwendig sein werden.“ Diese müssen bis 17. Dezember eingelangen. Haupt zeigte sich abschließend zuversichtlich: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Projekt – so, wie es jetzt geplant ist – durchgehen kann.“

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