Brücke: Kampf wird jetzt brutal. March-Querung | VP und Wirtschaft werfen Angerner SP-Bürgermeister vor, dass er nicht zu seinem Wort von 2007 steht. Meißl kontert.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 15. April 2014 (10:30)
NOEN, Foto: ÖVP
Geschäftsführender VP-Gemeinderat Georg Maier: »Im Bereich der Fähre ergibt sich die historische Möglichkeit, 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eine Brückenverbindung zwischen Angern und Zahorska Ves umzusetzen. Durch die 7,5-Tonnen-Beschränkung würde es auch keinen Schwerverkehr geben.«
Die Debatte rund um eine March-Brücke in bzw. bei Angern geht in die nächste Runde. Der Gänserndorfer Wirtschaftsbund will eigenen Aussagen nach keinen Polit-Streit vom Zaun brechen, sondern „lediglich darauf hinweisen, dass die Brücke eine überregionale Bedeutung hätte“, betonen Obmann Andreas Hager und Organisationsreferent Thomas Rosenberger.

Die beiden erklären weiter im NÖN-Gespräch: „Es ist klar, dass ein Bürgermeister zuerst auf seine Bürger schaut und diese natürlich nicht vergrämen will, wofür er bei der nächsten Wahl abgestraft werden könnte. Trotzdem müssen auch Ortschefs über den Tellerrand blicken und sich zugunsten der gesamten Region einsetzen.“

„Win-win-Situation für alle Betroffenen“

Fakt sei, so der Wirtschaftsbund, dass der Bezirk dringend eine March-Querung und somit eine Verbindung in die Slowakei brauche: „Eine vernünftige Infrastruktur käme nicht nur der Wirtschaft zugute, die sich hier verstärkt ansiedeln würde, sondern auch den Arbeitnehmern, die hier mehr Jobs vorfinden würden und weniger auspendeln müssten. Das wäre eine Win-win-Situation für alle.“

Ebenso sei es Tatsache, dass eine auf 7,5 Tonnen beschränkte Brücke im Bereich der Angerner Fähre demnächst realisiert werden könnte: „Die Pläne sind fertig, die Finanzierung steht. Man könnte jederzeit zu bauen beginnen.“ Anders hingegen bei der von Meißl favorisierten Süd-Variante: „Da gibt es weder ein fertiges Projekt noch ein Finanzierungsmodell. Hier ist auch das Problem, dass die Brücke im Natura-2000-Gebiet der Slowakei stehen würde und es auf slowakischer Seite keine Anbindung gibt. Dort müsste erst eine Straße errichtet werden.“

Hager und Rosenberger sind sich sicher: „Wenn es jetzt kein klares Ja zum Standort bei der Fähre gibt und man auf der Süd-Variante beharrt, ist das Brückenprojekt bis auf Weiteres gestorben. Land NÖ und EU, die die March-Querung finanzieren würden, würden das Projekt schubladisieren.“

„Die Fakten sprechen für den Bau der Brücke bei der Fähre“

Der Wirtschaftsbund erinnert Meißl daran, dass dieser selbst nach der Volksbefragung in Angern 2007 zufrieden war, dass 60 Prozent der Bürger für den Bau der Brücke im Bereich der Fähre gestimmt hatten: „Wir verstehen nicht, warum er jetzt umschwenkt.“

Unterstützung bekommen Hager und Rosenberger von der Angerner ÖVP, die nun ebenfalls die „zügige Errichtung der March-Brücke“ fordert. Geschäftsführender Gemeinderat Georg Maier: „Die Fakten sprechen für den Bau der Brücke bei der Fähre.“ Der Gemeinderat habe sich im Dezember 2013 zwar einstimmig für die Süd-Variante ausgesprochen, jedoch seien erst nach diesem Grundsatzbeschluss im Rahmen einer großen Gesprächsrunde mit allen beteiligten Partnern die aktuellen Zahlen und Fakten präsentiert worden.

Was sagt Meißl zur Kritik an seiner Haltung? „Es stimmt, dass ich 2007 für den Fähren-Standort war. Damals hieß es aber, dass es keine Alternative gäbe. Jetzt wissen wir, dass man sehr wohl die Süd-Variante realisieren könnte.“ Und weiter: „Überall werden Umfahrungen gebaut und bei uns soll zusätzlicher Verkehr durch die Ortschaft rollen? Sicher nicht.“

Meißl abschließend: „Wenn ich jetzt eine Volksbefragung durchführe, sprechen sich 75 Prozent der Angerner gegen den Fähren-Standort aus. Die Süd-Variante wäre auch für die Wirtschaft besser, dort könnten sogar schwere Lkw fahren, ohne jemanden zu belästigen.“