Zistersdorfer Projekte im Zeichen des Klimas. In Zistersdorf werden bereits Maßnahmen gegen den Klimawandel geplant, auch Abwanderungsstopp hat Priorität.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 25. Dezember 2019 (04:03)
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Das Zistersdorfer Rathaus hat bald einen neuen Chef: Am 10. Dezember soll das Zepter übergeben werden.
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Der Gemeinderat beschloss in seiner letzten Sitzung das Budget für das Jahr 2020. Ein großer Brocken bei den Investitionen ist die Kindertagesbetreuung: 518.000 Euro sind für das Projekt eingeplant. „Es wird das erste Gemeindegebäude sein, das begrünt ist – sowohl auf dem Dach als auch auf der Fassade“, erläutert Bürgermeister Helmut Doschek (ÖVP).

Die Begrünung hilft bei der Kühlung im Sommer und spart somit Energie, schlägt allerdings mit Kosten in der Höhe von 42.000 Euro zu Buche.

Viel Geld wird in der Stadtgemeinde auch in den Straßenbau investiert. Da Zistersdorf die flächenmäßig größte Gemeinde im Bezirk ist und ebenso über das größte Straßennetz verfügt, steht der Stadtregierung hier naturgemäß viel Sanierungsarbeit ins Haus: 350.000 Euro sind daher für den Straßenbau vorgesehen.

Zistersdorf verfügt über das größte Straßennetz aller Gemeinden im Bezirk – für Bürgermeister Doschek ein schweres Erbe.
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Vor allem mit den zahlreichen Nebenstraßen hat Bürgermeister Doschek ein „schweres Erbe“ übernommen. Alle Beläge auf einmal zu erneuern, würde in die Millionen gehen.

„Wir schauen sehr genau, wo wir unsere Mittel einsetzen.“Helmut Doschek, Bürgermeister (ÖVP)

Keine Millionen, aber doch einen beträchtlichen Geldbetrag hat die Gemeinde auch für die Feuerwehren veranschlagt: Insgesamt sind 142.500 Euro für die Freiwilligen budgetiert, ein Großteil davon wird in die Anschaffung eines neuen HLF1 für die FF Eichhorn fließen. Insgesamt summieren sich die Aufwendungen in der Stadtgemeinde für das nächste Jahr auf 13,3 Mio. Euro. Der Stadtsaal K9 ist aber bereits ausfinanziert, nun laufen die Rückzahlungen.

Stadtchef Helmut Doschek möchte alles tun, um die Abwanderung aus Zistersdorf zu stoppen.privat
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Mit Blick in die Zukunft stellt Doschek fest: „Wir schauen sehr genau, wo wir unsere Mittel einsetzen.“ Vor allem Maßnahmen gegen den Klimawandel würden in den kommenden Jahren größere Ausgaben verursachen: So sieht das Land NÖ einen Ausbau der Photovoltaikanlagen bis 2030 vor und geht von durchschnittlich zehn Hektar Fläche pro Gemeinde aus – in Zistersdorf werden es voraussichtlich einige Hektar mehr sein. Der Stadtchef kündigt bereits an, dass es eventuell Projekte mit Beteiligungsoption für die Zistersdorfer geben wird.

Oberste Priorität haben für Doschek „alle Maßnahmen, die zum Abwanderungsstopp führen“. In einer Gemeinde hängt alles an den Einwohnern: Die Geldzuschüsse in Form der Ertragsanteile, die Attraktivität der Gemeinde, die wirtschaftliche Aktivität oder das Vereinswesen, alles ist an die Bürger gebunden. Im März wird die Stadtgemeinde daher einen Leitfaden für Wirtschaftsförderungen präsentieren, um Neugründungen und Betriebserweiterungen anzuregen.