„Bürger nochmals abstimmen lassen“. Marchbrücke | Lobner (VP) und Hansy (Weinviertel-Manager) erhöhen Druck auf SP-Ortschef Meißl. Im Worst Case soll das Volk entscheiden.

Von Erich Wessely. Erstellt am 24. April 2014 (08:45)
NOEN, NÖ Straßendienst
Für die Brücke von Zahorska Ves nach Angern soll es eine 7,5-Tonnen-Beschränkung geben.
GÄNSERNDORF, ANGERN / Im Rahmen eines Pressegesprächs in Gänserndorf präsentierten Lobner und Hansy zum ersten Mal detailgenaue Pläne, wie die Brücke über die March aussehen könnte. Ob das Mega-Projekt jedoch überhaupt zur Umsetzung kommt, ist weiterhin unklar.

Zur Erinnerung: Seit einigen Monaten hakt das Projekt an der Wahl des Brücken-Standorts. Während die Landesplaner, Wirtschaft und ÖVP geschlossen für den Standort plädieren, wo derzeit die Fähre verkehrt, forciert die Angerner SPÖ eine südliche Variante. Grund sind Befürchtungen vor einem massiven Verkehrsanstieg in der Kommune.

„Süd-Variante kostet dreimal so viel“ 

„Die Süd-Variante ist aus mehreren Gründen nicht realisierbar. Erstens liegt im Süden auf slowakischer Seite das strengste Naturschutzgebiet überhaupt, das es bei unseren Nachbarn gibt. Zweitens würde diese Variante das Dreifache der Gelder kosten. Drittens sprechen sich auch die Slowaken für die Variante auf Höhe der Fähre aus“, erklärt Lobner.

Auch Hansy betont: „Schon 2003 hat man bei den Planungen gesehen, dass die Süd-Variante nicht umsetzbar ist.“ Die Angst vor einer Verkehrslawine sei unbegründet: „Die Prognosen sagen voraus, dass mit der Brücke bis 2020 rund 1.100 Fahrzeuge mehr pro Tag verkehren und bis 2030 um rund 1.600 Fahrzeuge mehr als jetzt“, so Lobner. Derzeit würden rund 7.600 Fahrzeuge täglich durch die Ortschaft fahren. Das sei alles im moderaten Rahmen, verglichen etwa mit den Verkehrslawinen, die sich derzeit durch Deutsch-Wagram entlang derB 8 wälzen.

Und dem Schwerverkehr würde man ohnehin mit der 7,5-Tonnen-Beschränkung einen Riegel vorschieben.

Die Zeit für eine Entscheidung drängt jedenfalls. Lobner: „Wenn sich Angern nicht bewegt, ist das Projekt leider gestorben.“ Niederösterreich habe sich für das Brücken-Projekt acht Mio. Euro an EU-Förderungen reservieren lassen, die Slowaken sechs Millionen. „Diese Gelder verfallen, wenn man sie nicht spätestens bis September in Brüssel abholt“, erklärt Hansy. Einen neuerlichen Anlauf würde es später nicht mehr geben – da sind sich beide einig.

„Wir brauchen jetzt das ,Ja‘ der Gemeinde für den Grund, eine Zwangsenteignung kommt für das Land nicht infrage“, betont der Landtagsabgeordnete. In Bälde soll es zum Thema Marchbrücke von Angern nach Zahorska Ves auch ein Gespräch zwischen Landeshauptmann Pröll und seinem slowakischen Pendant geben.

VP-Dringlichkeitsantrag bei nächster Sitzung 

Was sind die geplanten Schritte auf lokaler Ebene? Lobner: „Die ÖVP wird bei der nächsten Gemeinderatssitzung einen Dringlichkeitsantrag einbringen für einen Beschluss am Standort der Fähre.“

Und sollte dieser mit den Stimmen der Mehrheitspartei SPÖ abgeschmettert werden? „Wir versuchen weiterhin die Hand auszustrecken, um gemeinsam das Projekt zur Umsetzung bringen zu können. Als letzten Ausweg, aber nur äußersten Notfall, sehe ich dann nur noch eine Volksbefragung in der Großgemeinde, die das Brücken-Projekt retten kann“, so Lobner. Hintergrund: Bereits 2007 hatten sich rund 60 Prozent der Bürger für den Bau einer Brücke im Bereich der Fähre entschieden.