Fluglärm in Groß-Enzersdorf: Gegner formieren sich. Die Bürgerinitiativen der Ostregion rücken zusammen und fordern eine Wende. Um noch deutlicher auf Misere hinzuweisen, vereinte man sich mit anderen Bewegungen.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 18. September 2020 (04:47)
„SOS-Region Ost“ spricht sich für ein Nachflugverbot und lärm- und schadstoffabhängige Start und Landegebühren aus.Shutterstock/motive56
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„Corona hatte den Flugverkehr über Österreich deutlich reduziert, aber seit Anfang August ist er wieder massiv angestiegen“, sagt Elisabeth Pechmann von der Groß-Enzersdorfer Bürgerinitiative „Lautstark gegen Fluglärm“. Diese hat sich nun mit Initiativen südlich der Donau zur Plattform „SOS Region Ost“ zusammengeschlossen, „um noch deutlicher auf die Misere hinzuweisen“.

Die neue Sprecherin des Bündnisses ist keine Unbekannte: Die Ärztin Jutta Leth aus Zwölfaxing kämpft schon rund 25 Jahren gegen Fluglärm und den Bau der dritten Piste. Gemeinsam fordert man nun, dass es keine Rückkehr zur Situation vor dem Shutdown geben dürfe. „Der Flugverkehr muss endlich für die Menschen erträglich werden“, heißt es.

Der Flugverkehr trage wesentlich zu Lärm- und Feinstaubbelastung bei. Zudem sei der Flugverkehr in Österreich für rund 10 Prozent des CO -Ausstoßes verantwortlich – „in Zeiten der Klimakrise ein Alarmsignal!“ Die Flugbewegungen hatten 2019 mit 281.517 ihren bisherigen Höhepunkt erreicht.

„2019 gab es fast 75.000 Starts und Landungen zwischen 19 Uhr und 6 Uhr, davon über 24.000 nach 22 Uhr – das sind rund 66,7 pro Nacht.“ Elisabeth Pechmann

„Durch das Anlocken von Billig-Airlines gab es eine 30-prozentige Steigerung des Flugverkehrs im Vergleich zu 2017. Und das Ziel des Flughafen Wiens ist es, die Flugbewegungen schnellst möglich wieder auf das Niveau von 2019 zu bringen, was definitiv nicht mit den Klimazielen vereinbar ist“, klagt Pechmann und mit ihr die Vertreter der Bürgerinitiativen, die freilich auch die gestiegenen Starts und Landungen in den Nachtzeiten anprangern: „2019 gab es fast 75.000 Starts und Landungen zwischen 19 Uhr und 6 Uhr, davon über 24.000 nach 22 Uhr – das sind rund 66,7 pro Nacht, also in einem Zeitraum, in dem die meisten schlafen wollen.“ „SOS-Region Ost“ fordert daher mit Nachdruck ein Nachflugverbot sowie lärm- und schadstoffabhängige Start und Landegebühren.