Los geht’s mit Nadelstichen in Groß-Enzersdorf. Die NÖN sprach mit Arzt Kurt Spannbauer, der sich um die Organisation der Corona-Impfungen in der Gemeinde kümmert.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 12. Februar 2021 (04:54)
Die Ordination Kurt Spannbauer organisiert die Impfkampagne in der Stadtgemeinde Groß-Enzersdorf.
Kremsmayer

Doktor Spannbauer ist gut gelaunt, ja nahezu festlich gestimmt. „Ich hab mir sogar ein Sakko angezogen“, lacht er. Er ist sonst eher hemdsärmelig unterwegs. Aber es ist ein besonderer Tag, endlich geht es los, es ist der erste Impftag. Die Ordination Kurt Spannbauer organisiert die Impfkampagne in Groß-Enzersdorf. Diplomkrankenschwester Barbara Pelikan und er selbst impfen jetzt in den ersten beiden Februarwochen Ärzte und Gesundheitspersonal.

Zuerst haben sie einander gegenseitig geimpft. Es tat nicht weh. Im Zehnminutentakt erscheinen nun die Ärzte des Marchfeldes, dazwischen die Sprechstundenhilfen. Freundlich bittet er herein, eine Ärztin aus Leopoldsdorf kommt dran, und dann ganz prioritär, weil ganz besonders stark durch Tröpfcheninfektion gefährdet, die Zahnärztin Regina Hofer. Rund 90 Ärzte und Helfer werden jetzt geimpft, dann folgen die Über-80-Jährigen – wenn der Impfstoff da sein wird. Der wird grundsätzlich am Vorabend in die Apotheke geliefert, über Nacht aufgetaut und muss dann binnen fünf Tagen verimpft werden.

Jetzt wird noch in der Ordination gespritzt, dann wird die Impfstraße im Hotel am Sachsengang eingerichtet. „Vermutlich erst im März“, bedauert Spannbauer, wenn genügend Impfstoff verfügbar ist. Weitere helfende Ärzte hat er schon an der Hand. Wer elektronisch vorregistriert ist, bekommt ein E-Mail, dass er oder sie sich jetzt endgültig anmelden kann – oder wird vom Gemeindeamt informiert.

„Sie werden sich doch impfen lassen?!“, fragt Spannbauer besorgt. So selbstverständlich sei das leider nicht, berichtet er, es gebe schon noch Ängste, doch er könne die meisten Skeptiker überzeugen. Die Nebenwirkungen der Impfung seien gering, meist nur leichte Schmerzen an der Einstichstelle. Selten kommen leichte Grippesymptome dazu. Die NÖN erkundigt sich zwei Tage später: Die Geimpften der ersten Woche hatten keine Beschwerden.

„Und glauben Sie auch keinen Verschwörungstheorien, Sie bekommen keine Chips eingepflanzt und Ihr Erbgut wird nicht verändert!“ Die Impfung sei die einzige Chance die Epidemie einzugrenzen. „Oder wollen Sie ewig mit Maske plaudern und zu Hause sitzen?“ Tragen Sie dazu bei, dass sich viele impfen lassen – und melden Sie sich an!,“ schließt Spannbauer. www.impfung.at/vorregistrierung