Leopoldsdorfer Wirt bringt Speisen an die Haustür. Andreas Sinnhuber, Wirt vom „Gasthaus zur Zuckerfabrik“, bringt seine Speisen nun an die Haustür. Das sei aber nur eine Sozialleistung und keineswegs wirtschaftlich.

Von Markus Szelnekovics. Erstellt am 25. März 2020 (05:30)
Johann Grabovsky aus Untersiebenbrunn (nicht im Bild) findet sowohl das Service als auch das Essen von Andreas Sinnhuber (im Bild), der ihn am Gartenzaun beliefert, „super“.
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Das Coronavirus zwang die Wirte, ihre Betriebe zu schließen. Dies traf auch das „Gasthaus zur Zuckerfabrik“. Wirt Andreas Sinnhuber hat sich darauf eingestellt und liefert jetzt neben „Essen auf Rädern“ auch für alle andere Leute aus den umliegenden Orten auf Wunsch ein Mittagsmenü nach Hause. Daneben gibt es eine kleine Speisekarte. Die NÖN begleitete ihn auf seiner Tour.

„Wir Wirte wissen, dass die Bundesregierung recht hat. Wichtig ist, dass die Älteren zu Hause bleiben – aber gerade sie sind die wichtigsten Kunden der Gastronomie“, sagt Sinnhuber. Die Schließungen seien für alle Wirte eine Katastrophe. Man habe keine Sicherheiten wie Arbeitslosengeld im Hintergrund. Für Angestellte bleibe kein Geld, um sie weiter zu beschäftigen. „In meinem Betrieb sind 14 Personen tätig. Derzeit hätte ich Lohnkosten von bis zu 28.000 Euro, dem steht ein hochgerechnetes Einkommen von maximal 8.000 Euro gegenüber. Mit Familie und drei Kindern ist das aktuell das Existenzminimum“, rechnet Sinnhuber vor. Das Küchenpersonal arbeitet weiter, für den Rest gab es einvernehmliche Kündigungen mit Wiedereinstellungsgarantie.

Es sei gut, dass die Regierung Hilfspakete beschließt, aber: „Wann bekommt der Erste irgendetwas? Derzeit stehen wir mit vielen offenen Fragen da. Mein Service ist nicht wirtschaftlich, wenn man den Menüpreis von 7,20 Euro und eine Zustellgebühr pro Haushalt von 2,50 Euro bedenkt. Es ist eine reine Beschäftigungstherapie und Sozialleistung meinerseits“, erklärt der Gastronom. Auch zahlreiche andere Gasthäuser der Region gehen diesen Weg.