Gänserndorf: Impfstraße sorgte für Wirbel. Am Samstag wurden in der Gänserndorfer Stadthalle betagte Mitbürger und jene, die zur Risikogruppe zählen, gegen Covid-19 geimpft. Nachdem ÖVP-Bürgermeister René Lobner auf seiner Facebook-Seite gepostet hatte, dass die Impfstraße vom Roten Kreuz perfekt organisiert war, entwickelte sich schnell eine hitzige Debatte.

Von Thomas Schindler. Update am 23. März 2021 (06:25)
Die Menschenschlange reichte vom Eingang in die Stadthalle zurück bis zum Parkplatz der Handelsakademie bzw. des Bus-Bahnhofes.
Aichinger, Aichinger

Von „perfekt organisiert“ könne keine Rede sein, weil die alten und gebrechlichen Impflinge fast zwei Stunden lang in der Kälte (Minus 2 Grad) und ohne Sicherheitsabstand ausharren mussten.

Tatsächlich gab es eine Menschenschlange, die bis zurück zum HAK-Parkplatz reichte. Auch der ehemalige SPÖ-Fraktionschef Franz Csucker machte im Netz seinem Ärger Luft: „Das Gedränge im Foyer der Stadthalle war unbeschreiblich. Die Menge hat sogar die Abgrenzung zur Abholung zum Gambrinus eingerissen. Perfekt organisiert schaut anders aus. Bitte die Lehren daraus ziehen und Verbesserungen vornehmen.“

Csucker weiter: „Es wurden für dieselbe Zeit zu viele Leute hinbestellt. Das ist das Problem. Das Rote Kreuz selbst war gut organisiert.“ Eine Frau erinnerte sich: „Wir hatten um 10.36 den Impftermin und waren sechs Minuten vorher dort. Wir mussten dann zwei Stunden im Gedränge warten.“ Auch Kabarettist Pepi Hopf meldete sich in der digitalen Diskussion zu Wort: „Perfekt war das leider wirklich nicht. Mein Schwiegervater stand eine gute Stunde in der Kälte. Da ist sicher noch Luft nach oben.“

Lobner ließ sich nicht von seiner Meinung abbringen: „Ich bleibe dabei. Das Rote Kreuz hat das perfekt organisiert. Für die Einteilung der Termine kann es nichts. Da liegt das Problem woanders.“ Bei den Impfkoordinatoren vom Notruf NÖ? Auch dort nicht, wie sich später herausstellte. „Die geplante AstraZeneca-Lieferung fiel kurzfristig aus. Das Rote Kreuz bekam dann den Moderna-Impfstoff, aber die doppelte Menge. So mussten statt der ursprünglichen 600 Impfungen 1.200 durchgeführt werden“, erklärte der Bürgermeister im NÖN-Gespräch.