Anrainer gegen neues Zentrum. Einige Bürger wehren sich massiv gegen den Umbau des Marktplatzes.

Von Robert Knotz. Erstellt am 24. November 2016 (07:20)
Hedwig Allmer und Gerda Zehetbauer wollen die Struktur der alten Gebäude erhalten.
NOEN, Knotz

Heftiger Widerstand seitens einiger Anrainer herrscht gegen die jüngsten Pläne zur Zentrumsgestaltung in der Stadt. Zwei Betroffene – Hedwig Allmer, sie wird von ihrer Cousine Gerda Zehetbauer, die Architektur studierte, unterstützt – sprechen sich deutlich gegen die geplanten Umbaumaßnahmen am Marktplatz aus.

Laut den aktuellen Plänen soll dort eine Tiefgarage gebaut werden. Weiters ist geplant, die alten ebenerdigen Geschäfte – die einst als Markthalle dienten – zu schleifen und ein dreistöckiges Wohngebäude zu errichten. Schließlich soll auch noch die Musikschule mir dem dazugehörigen Garten komplett umgestaltet werden.

Besondere Atmosphäre könnte leiden

„Die besondere Atmosphäre des Marktplatzes wird total verändert. Solche Häuser, wie sie jetzt geplant sind, könnten überall stehen“, meint Zehetbauer. Ihre Mitstreiterin Allmer fügt hinzu: „Die Geschäfte standen schon bei der Markterhebung im Jahr 1929 und der ehemalige Kindergarten – dort, wo jetzt die Musikschule ist – wurde bereits 1928 gebaut.“

Durch die niedrigen Geschäftsgebäude scheine die Sonne oft direkt auf den Marktplatz, meinen die beiden Damen und befürchten, dass dies durch ein dreigeschoßiges Gebäude nicht mehr der Fall sein wird.

Ein wichtiger Grund für ihre Ablehnung sei auch die Klimaveränderung durch die Einkesselung von bestimmten Plätzen im Stadtgebiet. „In der Studie ,Hot Town – Summer in the City‘ der Universität für Bodenkultur (Boku) aus dem Jahr 2010 wird empfohlen, Rückzugsräume zur Abkühlung während extremer Hitzetage im Sommer bereitzustellen: Die logische Folge davon wäre, das Einkaufsgeschehen auf die kühle, ehemalige Markthalle auszudehnen“, so Allmer.

Quirgst: Neues Zentrum ist Wunsch der Bürger“

„Die Neugestaltung des Zentrums ist ein lange vorbereitetes Projekt“, meint hingegen VP-Bürgermeister Fritz Quirgst. Schon bei der Erstellung des örtlichen Entwicklungskonzeptes vor fünf Jahren sei dies als der größte Wunsch der Bevölkerung genannt worden. Der Stadtchef bezieht sich dabei auf 400 diesbezügliche Rückmeldungen in einer Fragebogen-Aktion. Ein Projekt wurde bereits umgesetzt: Das multifunktionale Gebäude (mit Kindergarten, Kleinkindbetreuung, neuer Bibliothek, 23 Wohnungen und Tiefgarage) gegenüber dem Stadtamt. Quirgst weiter: „Der Entwurf für den Marktplatz wurde am 31. Mai in der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal öffentlich präsentiert und nach vielen Gesprächen gemäß den Wünschen aus der Bevölkerung überarbeitet.“

Es solle zwar ein dreistöckiges Gebäude errichtet werden, allerdings wurden im Erdgeschoß Geschäfte eingeplant. Die Musikschule selbst bleibe unangetastet, nach den derzeitigen Plänen soll jedoch dahinter (von der Allee aus gesehen) ein abgesenkter Kultursaal errichtet werden. „Warum die Sonne dann nicht mehr auf den Marktplatz scheinen soll, ist mir allerdings unerklärlich, denn es ist geplant, einen zum Marktplatz hin offenen Innenhof zu errichten.“ Eine Beschattung würde – wenn es sie gäbe – dem Aufheizen entgegenwirken.

„Es allen recht zu machen, ist fast unmöglich“, so der Bürgermeister abschließend. Er betont aber, dass er gerne für Gespräche zur Verfügung stehe.

Quirgst weiter: „Der Entwurf für den Marktplatz wurde am 31. Mai in der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal öffentlich präsentiert und nach vielen Gesprächen gemäß den Wünschen aus der Bevölkerung überarbeitet.“

Musikschule selbst bleibt unangetastet

Es solle zwar ein dreistöckiges Gebäude errichtet werden, allerdings wurden im Erdgeschoß Geschäfte eingeplant. Die Musikschule selbst bleibe unangetastet, nach den derzeitigen Plänen soll jedoch dahinter (von der Allee aus gesehen) ein abgesenkter Kultursaal errichtet werden. „Warum die Sonne dann nicht mehr auf den Marktplatz scheinen soll, ist mir allerdings unerklärlich, denn es ist geplant, einen zum Marktplatz hin offenen Innenhof zu errichten.“ Eine Beschattung würde – wenn es sie gäbe – dem Aufheizen entgegenwirken.

„Es allen recht zu machen, ist fast unmöglich“, so der Bürgermeister abschließend. Er betont aber, dass er gerne für Gespräche zur Verfügung stehe.