Bauhof-Bedienstete in Bredouille?. Laut SP-Gemeinderat Ewald sind die Arbeiter überlastet. VP-Stadtchef Quirgst: „Das stimmt nicht.“

Von Robert Knotz. Erstellt am 14. August 2019 (02:54)
Knotz
SP-Gemeinderat Gustav Ewald (links) kritisiert die Bauhof-Optimierung. VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst (rechts) weist die Vorwürfe zurück.

SP-Gemeinderat Gustav Ewald ist sauer: „Die Bediensteten des Bauhofes kommen momentan mit ihrer Arbeit nicht nach.“ Schuld daran soll laut dem Roten die von der Stadt durchgeführte Bauhof-Optimierung durch eine Privatfirma sein. Ewald weiter: „Diese Maßnahme hat rund 26.000 Euro Steuergeld verschlungen. Die Firma hat ihre Vorstellungen, wie man effizienter arbeiten könne, quasi an die Stadt verkauft.“

Trotzdem sollen einige Verkehrsinseln, Parks und Flächen nicht gepflegt worden sein. Laut Ewald hatte man im Sahulkapark die Hälfte der Grünflächen gemäht und die Sträucher geschnitten, weil dort einige Tage später ein Fest über die Bühne ging. Die andere Hälfte soll erst Wochen später auf Vordermann gebracht worden sein.

„Noch nie hat es in Deutsch-Wagram so ungepflegt ausgesehen. Vor dieser Optimierungsmaßnahme war es so, dass die Bediensteten des Bauhofes in einer Zeit, wo weniger Arbeit anfiel, ihren Urlaub oder Zeitausgleich in Anspruch nahmen. In den arbeitsintensiveren Zeiten haben sie halt Überstunden gemacht. Das ist jetzt nicht mehr möglich“, so der SP-Gemeinderat. Ewald gibt den Bauhof-Bediensteten keine Schuld, vielmehr könnten sie den Arbeitsaufwand kaum noch bewältigen.

Quirgst: "Falsche Vorwürfe"

VP-Bürgermeister Friedrich Qurigst lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen: „Ewald ignoriert Informationen und erhebt falsche Vorwürfe, denn der Bauhof ist derzeit mit Arbeiten wie Mähen und Heckenschneiden gut im Plan. Schließlich arbeiten derzeit drei Ferialpraktikanten am Bauhof und auch im Juli waren dort zwei tätig.“ Außerdem würde man einige Flächen in Abstimmung mit „Natur im Garten“ als Blühwiese für „Biene&Co.“ absichtlich stehen lassen. Auch diese seien nun gemäht worden.

Quirgst weiter: „Die Optimierung der Wirtschaftsbetriebe wurde im Jahr 2016 im Stadtrat beschlossen und betraf neben dem Bauhof auch das Wasserwerk, die Kläranlage und die Bestattung. Sie wurde in enger Abstimmung mit den leitenden Mitarbeitern in den Jahren 2016 und 2017 von der Firma Wosner durchgeführt und danach wurden Umsetzungsschritte gesetzt.“ In der jüngsten Gemeinderatssitzung, Anfang Juli, sei dies eingehend erläutert worden. Laut dem Stadtchef sollte dies Ewald wissen.

„Anfallende Überstunden werden nun z. B. gleichmäßiger von mehreren Mitarbeitern geleistet und nicht wie in der Vergangenheit von einigen im Übermaß“, ergänzt der Bürgermeister. Einzig im Juni habe es einen Arbeitsrückstau aufgrund des kühlen Wetters im Mai, der vielen Regenfälle und des raschen Graswuchses gegeben.

Auch einige Veranstaltungen und mehrere Feiertage hätten dies verursacht. Der Rückstand sei bis jetzt aufgeholt.