Debatte: Mond-Event regt FPÖ auf. Blaue ärgert, dass Zeremonie am Karfreitag stattfand. Veranstalter wehrt sich.

Von Robert Knotz. Erstellt am 01. Mai 2019 (04:08)
privat
VP-Stadtrat Franz Spehn (l.) und Zeremonienleiter Karl Novotny (4.v.r.) mit einigen Teilnehmern.

Die FP-Gemeinderäte Werner Cermak und Gerhard Gruber ärgern sich über die Vorgangsweise von VP-Kulturstadtrat Franz Spehn. Ausgerechnet am Karfreitag hatte dieser eine keltisch-druidische Vollmondzeremonie im Erzherzog-Carl-Haus organisiert. „Über Pietät und Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Das geht so einfach nicht“, so die beiden Blauen unisono.

Spehn berichtete indessen unmittelbar nach der Veranstaltung von einem Erfolg: „Gemeinsam wurde Energie im Kreis der Teilnehmer aufgebaut, die Gruppe verband sich mit dem Mond, dem Universum und anderen Personen außerhalb des Platzes.“ Ziel der Zeremonie sei es gewesen, im Einklang mit der Natur, dem Universum und vor allem mit sich selbst zu sein.

Im Internet ist allerdings nachzulesen, dass die keltisch-druidische Religionsgemeinschaft „die Freiheit des Individuums“ betont, sich der Natur verbunden fühlt, sich aber von staatlichen Verpflichtungen (z. B. Impfpflicht) deutlich distanziert. Einer Gruppe der 2012 gegründeten Gemeinschaft wird auch nachgesagt, dass sie aus Staatsgegnern und Reichsbürgern bestehen soll.

Karfreitag und Vollmond fielen auf selben Tag

Spehn wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Warum die FPÖ ein Problem mit der Zeremonie hat, kann ich nicht nachvollziehen. Vollmond und der Karfreitag sind an diesem Tag zusammengefallen. Eine Teilnehmerin erzählte mir, dass sie vorher in der Kirche war und danach an der Zeremonie teilnahm.“

Auch Zeremonienleiter Karl Novotny lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen: „Ich gehöre dem ,Celtic Druid Temple‘ mit Sitz in Irland an und keiner österreichischen Gemeinschaft. Ich habe auch nie ein Wort gegen staatliche Institutionen verloren und mich nicht gegen Impfungen ausgesprochen.“

Er gehe davon aus, dass mit der Gemeinschaft der österreichische Druidenorden gemeint sei, dem er nicht angehöre und mit dem er auch keinen Kontakt pflege. Und weiter: „Leider gibt es zu jeder Idee verschiedene Spielarten, die Grundlagen extrem auslegen. Ich lade gerne jeden ein, sich selbst ein Bild von den Dingen zu machen, die ich nach bestem Wissen und Gewissen tue.“ Novotny betont, dass es ihm nur um den Einklang mit der Natur gehe und er die Gesetze achte.