Die letzte Stadtbus-Fahrt naht. Am 30. Juni wird der Betrieb eingestellt. Obfrau Nolte zieht Resümee.

Von Robert Knotz. Erstellt am 20. Juni 2019 (06:02)
Knotz
Der Stadtbus steht vor seiner letzten Fahrt. Die Versuche, eine gemeinsame Lösung mit dem Marchfeld mobil zu finden, blieben vergeblich.

In wenigen Tagen ist es so weit: Der Stadtbus dreht seine letzte Runde. Am 30. Juni wird der Betrieb offiziell eingestellt. Zuletzt wurde er vom Verein „Mobilität Deutsch-Wagram“ unter der Obfrau Sabine Nolte, parteilose Gemeinderätin, aufrechterhalten. Laut der Obfrau läuft der Betrieb in den letzten Monaten unverändert gut. „Wir leisten 40 bis 50 Fahrten täglich“, so Nolte im NÖN-Gespräch.

Hier ein kurzer Rückblick: Im Mai 2011 hatte die !wir-Bürgerliste einen einwöchigen Probebetrieb aus eigener Tasche finanziert, im November 2011 installierte die Stadtgemeinde einen Probebetrieb, der allerdings im Jänner 2012 endete.

Der Verein „Stadtbus“ übernahm einen Monat später den Fahrbetrieb, der bis April 2017 durchgeführt wurde und wegen eines Konkurses des Vereins sein Ende fand. Am 15. Mai 2017 übernahm der Verein Mobilität die Organisation der Fahrten.

Michael Wöss sammelte Unterschriften

Noch zu Jahresbeginn hatte es sehr gut für das Weiterbestehen des Busses ausgesehen: In der Februar-Sitzung des Stadtparlaments war beschlossen worden, dass man sich eine Lösung überlegen werde, wie man das IST-Mobil (Marchfeld mobil) und den Bus sinnvoll miteinander kombinieren könne. Sparta-Jugendleiter Michael Wöss hatte im Vorfeld über 500 Unterschriften für das weitere Bestehen gesammelt. Doch einige Tage später folgte der Todesstoß: Der Bus wurde eingestellt.

Sulzer
Die parteifreie Gemeinderätin Sabine Nolte fungiert noch als Obfrau des Vereins „Mobilität Deutsch-Wagram“.

„Ich möchte das Marchfeld mobil nicht kritisieren, es ist eine gute Lösung, wenn jemand von Deutsch-Wagram nach Gänserndorf zum Arzt fahren will. Doch für innerörtliche Fahrten ist es weniger geeignet“, meint Nolte. Und weiter: „Wir haben den Betrieb eingestellt, weil wir keine Konzession haben. Ich habe jedoch niemals ein Hehl daraus gemacht, dass mit die körperlich eingeschränkten Personen, die gerade noch in den Bus einsteigen können, sehr am Herzen liegen.“

Ob sich das Marchfeld mobil bewähren wird, sehe man erst im September, wenn es zu Schulbeginn auf sich alleine gestellt ist.

Die Obfrau wünscht sich, dass der Gemeinderat sich mit dem Thema auseinandersetzt und künftig praktische innerörtliche Verkehrslösungen auch für körperlich eingeschränkte Personen findet.