Diskussion: Caritas bat aufs Podium. Generalsekretär Klaus Schwertner und Landtagspräsident Karl Wilfing sprachen über Zukunft der Pflege.

Von Robert Knotz. Erstellt am 31. Mai 2019 (04:02)
Knotz
Pfarrer Peter Paskalis, VP-Landtagspräsident Karl Wilfing, Waltraud Fastl (Marketingleiterin der Caritas Wien), VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst und Klaus Schwertner (Generalsekretär der Caritas Wien, v.l.).

Die Caritas und die Stadtgemeinde luden zu einem Podiumsgespräch mit VP-Landtagspräsident Karl Wilfing und Klaus Schwertner, dem Generalsekretär der Caritas Wien. Moderiert von NÖN-Wirtschaftsressort-Leiterin Anita Kiefer, ging es um Themen wie die Zukunft der Pflege in NÖ.

VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst blickte in seiner Begrüßung auf die Entstehung der Caritas in der Stadtgemeinde zurück: „Es begann vor über 60 Jahren mit dem Bau einer Station, die in weiterer Folge umgesiedelt wurde und viele Jahre später ins Betreute Wohnen einzog.“ Zu Beginn der Gesprächsrunde kam ein Bewohner zu Wort. „Das Angebot und die Pflegerinnen sind toll. Sie helfen mir oft, aber sie haben halt nicht immer Zeit“, brachte er das Problem gleich auf den Punkt.

"Aktuell gibt es in NÖ 633.000 Beschäftigte"

„Die Menschen werden immer älter. Derzeit sind wir noch in der Lage Pflegeheimplätze in Wohnortnähe anbieten zu können. Auch in der klinischen Betreuung gehe ich davon aus, dass wir ausreichend versorgt sind“, so Wilfing. In der 24-Stunden-Pflege könnten sich in Zukunft Engpässe abzeichnen, weil sich die Löhne in Tschechien, Ungarn, der Slowakei usw. langsam unseren Anpassen und es sich für die Leute dort nicht mehr lohnen würde, in Österreich zu arbeiten.

Wilfing weiter: „Aktuell gibt es in NÖ 633.000 Beschäftigte, dennoch nimmt das Interesse an Pflegeberufen ab. Wir sind derzeit – auch in Kooperation mit dem AMS – bemüht, 400 weitere Pflege-Ausbildungsplätze zu schaffen.“ Es gebe kaum Berufe, die künftig so sicher gebraucht werden wie die Pflege. Maschinen könnten nicht die menschliche Hand und ein Lächeln ersetzen.

„Ärzte sind für den Befund, Pfleger für das Befinden zuständig“, so der Landtagspräsident, der sich auch für den Lehrberuf „Pflege“ deutlich ausspricht. Auch Schwertner schließt sich dieser Meinung an.

„Derzeit gibt es 459.000 Pflegebedürftige in Österreich. 80 Prozent davon werden von Verwandten betreut. In der Pflege durch Organisationen gilt es vor allem, die Bedürfnisse des Menschen zu eruieren. Unsere drei Grundsteine sind: pflegende Angehörige zu stärken, Pflegebedürftige zu unterstützen und zu schauen, dass die Pflege nicht zum Pflegefall wird“, so der Generalsekretär. Gemeinsam war man sich auch einig, die Arbeit der Ehrenamtlichen zu fördern.