Doppelmord: Täter nun in Sonderanstalt. Laut einem vorläufigen mündlichen Bericht könnte der mutmaßliche Doppelmörder Milan A. geistig krank sein. Ein schriftliches Gutachten steht noch aus.

Von Robert Knotz. Erstellt am 01. März 2017 (04:45)
In diesem Haus an der Deutsch-Wagramer Hauptstraße geschah am 11. Februar die schreckliche Bluttat.
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Wie Friedrich Köhl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, gegenüber der NÖN bestätigte, liegt ein vorläufiger mündlicher Bericht zum Geisteszustand des 36-jährigen Milan A. vor. Demnach könnte der mutmaßliche Doppelmörder zum Zeitpunkt der Tat nicht zurechnungsfähig gewesen sein.

Das schriftliche Gutachten – und somit das Ergebnis der psychiatrischen Untersuchungen des mutmaßlichen Täters – werde erst in einigen Wochen erwartet. Die Untersuchungshaft wurde laut Staatsanwaltschaft in eine „vorläufige Anhaltung“ umgewandelt. Köhl erklärt: „Der Mann sitzt nach wie vor hinter Schloss und Riegel. Jedoch wartet er in der Sonderanstalt Göllersdorf im Bezirk Hollabrunn auf den weiteren Verlauf der Ermittlungen.“ Milan A. wird zur Last gelegt, in den Abendstunden des 11. Februar seinen Vater (55) und die Stiefmutter (52) durch jeweils mehrere Stiche mit einem Küchenmesser in Deutsch-Wagram getötet zu haben.

Psychische Erkrankung nicht auszuschließen

Weiters soll der Mann mehrmals auf seine Ehefrau eingestochen und vor der Festnahme durch die Polizei seinen Sohn umklammert und gedroht haben, auch ihn zu erstechen. Die 38-jährige Ehefrau musste im Wiener AKH notoperiert werden.

Die Staatsanwaltschaft gab nach der Schreckenstat ein psychiatrisches Sachverständigen-Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit des Beschuldigten zum Tatzeitpunkt in Auftrag. Die Polizei hatte bereits zu Beginn der Ermittlungen mitgeteilt, dass bei dem Mann eine psychische Erkrankung nicht auszuschließen sei.