Ende einer Ära: Endstation für Stadtbus. Am 30. Juni soll die letzte Fahrt stattfinden. „ISTmobil“ löst Bus ab.

Von Robert Knotz. Erstellt am 21. März 2019 (04:29)
Knotz
Der Stadtbus dürfte nun endgültig vor dem Aus stehen.

Fährt der Stadtbus in Richtung Endstation? Diese Frage stand kürzlich in einer Mitgliederversammlung des Vereins Stadtbus zur Diskussion. Ergebnis: Am 30. Juni wird voraussichtlich der letzte Bus durch die Stadt fahren. Im Rahmen der Zusammenkunft wurde aber gleich das neue Anrufsammeltaxi „ISTmobil“, in der Region auch als „Marchfeld-Mobil“ bezeichnet, in höchsten Tönen angepriesen.

Was Sparta-Jugendleiter Michael Wöss, Organisator von über 500 Unterschriften für den Stadtbus, stört, ist nicht nur, dass das System für ältere Menschen kompliziert erscheine, sondern auch, dass es teurer sei als der Stadtbus. Hier ein Rückblick: In der Gemeinderatssitzung im Dezember des Vorjahres wurde über das „ISTmobil“ abgestimmt. Im Rahmen der Diskussionen darüber stellte sich die Frage, ob denn dann der Stadtbus eingestellt werde. Die VP ließ keinen Zweifel daran, dass es zwei parallele Systeme nicht geben werde und die Stadt auch nur eines der beiden fördern wolle.

"Wollten uns eine Lösung einfallen lassen"

Michael Wöss hatte über 500 Unterschriften für das Weiterbestehen gesammelt und diese dem Stadtchef vorgelegt. Im Stadtparlament am 31. Jänner hatte man für eine Verlängerung des Betriebes bis 30. Juni abgestimmt. Bis dahin wollte man sich eine Lösung einfallen lassen. Wöss ist sauer: „Will ein Fahrgast von Deutsch-Wagram nach Gänserndorf, so wird im System abgefragt, ob um diese Zeit eine Schnellbahn fährt. Ist dies der Fall, so fährt das Taxi die Person zum Bahnhof, die S-Bahn nach Gänserndorf und ein weiteres Taxi vom Bahnhof Gänserndorf zu einem Haltepunkt nächst dem Fahrziel.“ Laut Wöss wird es auch – ausgenommen mit ärztlicher Bestätigung – keine Beförderungen direkt zum Zielort, sondern nur zu Haltepunkten in der Nähe geben.

„In der Mitgliederversammlung wurde erwähnt, dass man auch das Krankenhaus Hainburg anfahren wird. Das ergibt keinen Sinn, weil die meisten Kranken aus dem Bezirk ins Mistelbacher Spital kommen“, so der Jugendleiter. Zur Info: Die Stadtgemeinde will das „ISTmobil“ mit 1,80 Euro pro Fahrt (Normalpreis 3,80 Euro) fördern. Fahrgäste bekommen diesen Betrag nach Vorlage der Fahrkarte im Stadtamt rückerstattet. Wie sie dort hinkommen? Mit dem „ISTmobil“. Im Stadtparlament am Dienstag (nach Redaktionsschluss) stand dieses Thema wieder auf der Tagesordnung.