Entscheidung naht: Taxi statt Stadtbus?. Die nächste Sitzung des Gemeinderats verspricht spannend zu werden.

Von Robert Knotz. Erstellt am 01. Februar 2019 (04:25)
Wird der Stadtbus dem Marchfeld-Mobil zum Opfer fallen? Die Entscheidung fällt voraussichtlich am Donnerstag im Stadtparlament.
Knotz/Archiv

Diese Woche geht eine außerordentliche Gemeinderatsitzung über die Bühne. Diese wurde von der Opposition (SPÖ, FPÖ, Grünen und der !wir-Bürgerliste) beantragt. Eines der beiden Themen wird der Stadtbus bzw. das Marchfeld-Mobil sein. Wie berichtet, stimmte in der jüngsten Sitzung die ÖVP-Mehrheit für das Marchfeld-Mobil. Ein Ende für den Stadtbus wurde zwar nicht konkret ausgesprochen, aber mehrmals wurde betont, dass es zwei parallele Nahverkehrslösungen nicht geben könne.

Das Thema Stadtbus bewegt auch Sparta-Jugendleiter Michael Wöss sehr. Er sammelte in drei Wochen über 500 Unterschriften für ein „Fortbestehen der innerörtlichen Mobilität“, wie er es formuliert, und übergab diese am Freitag an VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst.

Wöss im NÖN-Gespräch: „Das nachfolgende Gespräch ist sehr positiv verlaufen. Ich hoffe auf eine Lösung in der Gemeinderatssitzung.“ Warum setzt sich Wöss für den Stadtbus ein?

"Alte, schwache und finanziell nicht so gut gestellte Menschen unterstützen"

„Das Marchfeld-Mobil ist nicht für alle geschaffen. Mit dem Stadtbus fahren auch viele alte Menschen. Kann mir jemand erklären, wie eine 75-jährige Frau mit Hüftschaden in ein herkömmliches Taxi einsteigen soll?“

Der Jugendleiter berichtet weiters von einer Mutter, auf die für die Fahrten zum Kindergarten 250 Euro monatlich Mehrbelastung zukommen. „Ich möchte, dass wir gemeinsam alte, schwache und finanziell nicht so gut gestellte Menschen mit Mobilität unterstützen“, so Wöss abschließend.

Ein zweiter – nicht weniger brisanter – Tagesordnungspunkt wird die Neugestaltung des innerstädtischen Marktplatzes sein. Wie die NÖN bereits berichtete, war das Projekt auf Eis gelegt worden, weil nach der Ausschreibung die Angebote der Firmen bei Weitem die Vorstellungen der Stadt übertrafen. Zur Info: Für das Projekt waren ursprünglich 3,5 Millionen Euro veranschlagt.

Laut Stadtchef Quirgst hat es lediglich ein Angebot gegeben, das aber um über eine Million teurer war als ursprünglich im Gemeinderat vorgesehen.