Feuerwerk-Weltmeister stellt sich gegen Böller. Feuerwerk-Weltmeister Rudolf Jost aus Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf) meint, dass es nicht nötig sei, Pyrotechnik schon ab 1. Dezember in Geschäften anzubieten.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 30. Dezember 2019 (06:14)
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Feuerwerk-Weltmeister Rudolf Jost will Verkauf einschränken.
Jost

Mit einer unerwarteten Forderung lässt der Deutsch-Wagramer Feuerwerk-Weltmeister Rudolf Jost just in der Zeit kurz vor Silvester aufhorchen: Er ist dafür, den Einsatz von Pyrotechnik zu beschränken, Böller will er gar komplett verbieten.

„Ich weiß, ich rede damit gegen mein eigenes Geschäft“, bestätigt Jost, aber: „Es ist nicht notwendig, dass Super- oder Baumärkte schon ab 1. Dezember Feuerwerkskörper anbieten.“ Das führe nur dazu, dass den ganzen Dezember über geschossen werde. Ein besonderer Dorn im Auge sind ihm Böller: „Die schauen nicht einmal gut aus, machen einfach nur Lärm und nerven.“

Trotzdem hat er selbst auch Böller im Sortiment: „Das muss ich, weil sonst noch mehr Kunden zu Konkurrenz laufen. Ich bin aber der Erste, der sich für ein generelles Böller-Verbot ausspricht.“

Jost: „Feuerwerke nur zu Silvester verkaufen“

In Deutschland gebe es schon Beschränkungen, Jost kann sich vorstellen, dass Feuerwerk nur in der Zeit um Silvester, beispielsweise ab 27. Dezember, verkauft werden darf: „Um die Weihnachtsfeiertage ist es sowieso eine Unart, Feuerwerke abzubrennen.“

Auch zu den Auswirkungen von Feuerwerk auf die Umwelt hat er eine Meinung und verweist auf ein Gutachten des Umweltamtes: „Darin ist die Untersuchung von Luft-, Emissions-, Wasser- und Lärmgrenzwerten eines 45-minütigen Feuerwerks dokumentiert, mit dem Ergebnis, dass nicht einmal annähernd einer der Grenzwerte erreicht wurde.“

Manche Städte verzichten ja auf Feuerwerke-Shows zu Silvester und setzen stattdessen auf Laser- und Wassershows: „Aber das kostet Unmengen“, kritisiert Jost: „Ein vergleichbares Feuerwerk kostet etwa ein Zehntel und ich habe schon oft gehört, dass dem Publikum diese Lasershows gar nicht gefallen.“

Er freut sich jedenfalls schon auf sein großes Produktvorschießen, das auch heuer am 26. Dezember über die Bühne gehen und wieder die Massen nach Deutsch-Wagram bringen wird. „Finanziell habe ich da nichts davon, der Erlös geht an den Sportverein. Für mich bleibt nur der Werbewert.“