Föderung verfällt: 320.000 Euro verschenkt?. Die Grünen kritisieren, dass die Stadt einen Sanierungs-Zuschuss nicht in Anspruch nahm. VP-Bürgermeister Fritz Quirgst: „Projektpartner hat versagt.“

Von Robert Knotz. Erstellt am 08. Juni 2017 (03:17)
Symbolbild
APA (dpa)

Grünen-Gemeinderätin Bettina Bergauer ist enttäuscht: „Warum verzichtet die Stadt auf eine bereits zugesagte Förderung von 320.000 Euro?“ Dieser Betrag sei für die im Jahr 2015 geplante Sanierung des Turnsaals der Volksschule (früher der Turnsaal der neuen Mittelschule) vorgesehen gewesen.

„Der Putz bröckelt von den Wänden, die Heizkosten sind enorm, daher war ich sehr erfreut, dass damals eine Generalsanierung geplant wurde“, so die Mandatarin weiter. Nach der Beauftragung eines Planers habe die Stadt das Projekt beim Klima- und Energiefonds für eine Mustersanierung eingereicht und prompt als eines von acht Objekten in Österreich eine Zusage bekommen.

"Projekt wurde abgeblasen"

Bergauer: „Kürzlich erfuhr ich, dass es sich die VP anders überlegt und das Projekt abgeblasen hat. Der für die Sanierung geplante Budgetposten soll gestrichen und ein Teil davon für Straßenbau umgewidmet werden. Stattdessen sollen lediglich um 17.000 Euro ein paar Glasziegel ausgetauscht werden.“

Darüber hinaus hält die Grüne das für eine Pflanzerei des Klimafonds. Die Projekte würden von einer Expertenjury begutachtet und nur die besten gefördert. „Das alles ist ein Aufwand und Steuergeldverschwendung, wenn Gemeinden einen Förderantrag stellen und das Projekt dann in den Sand setzen. Gar nicht zu sprechen von den bereits bezahlten Planungskosten von einigen zig tausend Euro“, so Bergauer verärgert.

Quirgst: „Projekt war plötzlich fraglich“

„Das Sanierungsprojekt wurde ja von uns (ÖVP, Anm.) initiiert, doch es stellte sich heraus, dass nie die vollen Kosten genannt wurden und scheibchenweise aufgestockt werden sollten. Ob die versprochene Energie-Einsparung tatsächlich erreicht worden wäre, war plötzlich fraglich“, berichtet VP-Bürgermeister Fritz Quirgst. Eine schon vor längerem vom Projektpartner der Stadt durchgeführte Ausschreibung sei von ihm selbst wieder aufgehoben worden, da sie mangelhaft gewesen sei.

Quirgst weiter: „Eine neuerliche Ausschreibung ist dann bis heute nicht erfolgt. Die Projektkosten hätten letztlich über eine Million Euro betragen. Auch mit Fördergeldern muss man verantwortungsvoll umgehen und das wäre eine Verschwendung in großem Stil geworden. Die größten energietechnischen Schwachstellen werden wir jedoch selbst mit überschaubaren Kosten beseitigen.“