FPÖ schießt Cermak ab. Der Mandatar habe sich Strache zugewandt. Er rechnet mit den Blauen ab.

Von Robert Knotz. Erstellt am 03. Juli 2020 (13:44)
Werner Cermak zeigt sich von den Blauen enttäuscht.
privat

Gemeinderat Werner Cermak wurde am Mittwoch aufgrund einer Entscheidung des FPÖ-Landesvorstandes aus der Partei ausgeschlossen. Der Grund dafür sind laut FP-Bezirksparteiobmann Dieter Dorner vor allem „nicht parteikonforme und untergriffige Facebook-Postings“. Cermak soll den Austritt Österreichs aus der EU gefordert und sich „knapp an der Grenze zu rassistischen Äußerungen“ bewegt haben.

Des Weiteren werfen die Blauen ihrem Ex-Gemeinderat vor, sich in letzter Zeit „unverhohlen“ dem Team Strache zugewandt zu haben. „Die zweite Chance, die ihm die Partei vor Jahren trotz moralischer Verfehlung und einem Ausflug zum BZÖ gab, war sichtlich ein Fehler“, so Dorner. Und weiter: „Ich begrüße die einstimmige Entscheidung der Landespartei. Es war höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen.“

Für FP-Bezirksobmann Dieter Dorner war es höchste Zeit für den Ausschluss.
FPÖ

Bedauerlich wäre allerdings, dass Cermak nicht gewillt sei, sein Mandat als Gemeinderat zurückzulegen. „Ich bezweifle, dass er wegen seiner Neuorientierung in Wien, wo er beim Team Strache als Bezirksverantwortlicher für den Wahlkreis Floridsdorf tätig ist, noch Zeit für die gut bezahlte politische Arbeit als Gemeinderat in seiner vermeintlichen Heimatgemeinde Deutsch-Wagram finden wird“, schließt Dorner.

Cermak lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. „Die FPÖ hat in der Pendeluhr geschlafen. Mich hat gewundert, dass sie so spät reagierte.“ Wäre der Ausschluss nicht erfolgt, wäre er demnächst von selbst gegangen. Cermak weiter: „Es ist wie in einer Beziehung. Hat diese erst einmal einen Knacks, kann dieser kaum noch repariert werden. Der erste Knacks ist in der Causa Steindl passiert. Statt unseres Wunschkandidaten Herbert Steindl hat man uns Dieter Dorner vorgesetzt.“

In der FPÖ wäre kein klarer Kurs, keine Kameradschaft und kein Miteinander mehr erkennbar. Entgegen dem Bundestrend habe Cermak anstatt sinkender Mitgliederzahlen und desaströsen Wahlergebnissen bei den jüngsten Wahlen in der Stadt einen Stimmenzuwachs verzeichnen können.

„Ich werde neben Aufbauarbeiten in Wien auch in Deutsch-Wagram die Fahne des Teams HC Strache hochhalten“, so Cermak abschließend.