Friedhof-Sanierung: Urwald ist bald Geschichte. Jüdische Ruhestätte ist dank zahlreicher Freiwilliger bald wieder in herzeigbarem Zustand. Historikerin Ingrid Oberndorfer ist von Hilfsbereitschaft beeindruckt.

Von Manuel Mattes. Erstellt am 23. September 2018 (04:29)
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Geschichtswissenschaftlerin Ingrid Oberndorfer (3.v.l.) mit zahlreichen fleißigen Helfern am Deutsch-Wagramer Friedhof.
privat

Lange glich der Jüdische Friedhof in der Stadtgemeinde eher einem Urwald als einer würdevollen Ruhestätte: Seit November 2017 finden in regelmäßigen Abständen unter Leitung von Historikerin Ingrid Oberndorfer Aktionstage mit freiwilligen Helfern statt.

Ziel ist es, dem rund 2.000 Quadratmeter großen Areal wieder ein würdevolles Aussehen zu verleihen. „Bei der Sanierung und ,Rodung‘ von Unkraut ist mit äußerster Sorgfalt vorzugehen – die Wahrung der Totenruhe ist oberstes Gebot, das Ausgraben von Wurzeln laut jüdischem Religionsgesetz verboten“, so Oberndorfer. Erfreut zeigt sie sich über die große Hilfsbereitschaft der Freiwilligen: „Wir werden immer mehr. Allein bei unserem bereits siebenten Termin Anfang September wurden 25 Stunden unentgeltliche Arbeit geleistet, auch Gemeindepolitiker wie Beate und Jürgen Kainz sowie Bettina Bergauer beteiligen sich regelmäßig. In Summe wurden bereits mehr als 130 Stunden geleistet.“

Ebenso seien Gemeindebürger, die Verwandte mit jüdischen Wurzeln haben, mit von der Partie. Dank gebühre, so die Historikerin, auch VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst: „Er unterstützt uns seit Beginn unserer Tätigkeiten, hat immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen und zeigt sich überaus kooperativ.“

Zwei weitere Termine seien noch notwendig, dann könne eine Pflegevereinbarung mit dem Stadtchef vereinbart werden, die garantieren soll, dass die Ruhestätte dauerhaft in einem würdigen, herzeigbaren Zustand ist.