Gemeinderat: Disput um Bauvorhaben. Bei den Beschlüssen der Baurechtsverträge für „Junges Wohnen“ und dem Neubau am Marktplatz kam es in der jüngsten Sitzung zu hitzigen Diskussionen.

Von Robert Knotz. Erstellt am 30. März 2017 (01:39)
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Die Grünen wollen unter allen Umständen den Charakter der alten Marktgebäude erhalten.
Schiffer

Hitzige Debatten und eine Flut an Anträgen standen im Zentrum der jüngsten, fast fünfstündigen Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag. Bei zwei neuen Bauvorhaben der Stadt gingen die Wogen besonders hoch: Die Baurechtsverträge für das Projekt „Junges Wohnen“ am Hanuschplatz und jener zur Zentrumsgestaltung mit einem neuen Gebäude am Hauptplatz und dem damit verbundenen Schleifen der alten Marktgebäude sorgten für Wortgefechte.

Aber der Reihe nach: 34 Wohnungen für junge Menschen sollen von der WET-GmbH am Ferdinand-Hanusch-Platz in zwei Wohnblöcken gebaut werden. Die Grünen und die !wir-Partei hatten Einwände gegen das Areal bzw. die Vergaberichtlinen für die Wohnungen. VP-Stadtchef Fritz Quirgst: „Das Projekt und der Standort wurden vom Gestaltungsbeirat des Landes NÖ nicht nur befürwortet, sondern gelobt.“

Die Vergabe der Wohnungen erfolge transparent aber gemäß den Förderrichtlinien und Alterskriterien (maximal 35 Jahre alt). Der Antrag wurde mit 29 zu zwei Stimmen (!wir) angenommen.

Grünen wollen den Charakter der alten Marktgebäude erhalten

Zur Abstimmung über den Baurechtsvertrag für das geplante Gebäude am Marktplatz (im Erdgeschoss sollen Geschäfte, in zwei Obergeschossen Wohnungen entstehen, die NÖN berichtete) wollte !wir-Stadtrat Peter Lauppert bezüglich der Klärung von Details „eine Runde drehen“ bzw. nochmals darüber beraten, während die Grünen die alten Marktgebäude erhalten oder stilgetreu nachbauen wollen.

Stadtchef Quirgst zu Lauppert: „Die Pläne sind vor 10 Monaten öffentlich präsentiert worden. Sie waren dort, haben diese fotografiert und sind wieder gegangen, ohne mit irgendwem zu sprechen oder Fragen zu stellen.“

Eine Sanierung der Gebäude aus dem Jahr 1929 käme aus Kostengründen nicht in Frage. Der Baurechtsvertrag wurde mit den Stimmen der ÖVP, FPÖ und der parteilosen Gemeinderätin Sabine Nolte angenommen.

Weitere Themen waren der Rechnungsabschluss für das Jahr 2016, die Bewerbung zur „Natur im Garten“-Gemeinde, der Ankauf von Spielgeräten für den Sahulkapark, die Vergabe von diversen Arbeiten, eine ÖBB-Resolution für den 15-Minuten-Takt und die Errichtung des Nahversorgers „Landspeis“ im Bereich des Siedlungsgebietes am Lindenhof. Sie alle wurden beschlossen.