Gummistiefel & Hightech: Ex-FF-Chef Süß blickt zurück. Deutsch-Wagram: Ex-Feuerwehr-Chef Wolfgang Süß blickt auf 20 Jahre im Kommando und 41 Jahre bei der FF zurück.

Von Robert Knotz. Erstellt am 21. Januar 2021 (04:12)
Besonders viel Substanz kostete den damaligen Kommandant-Stellvertreter Wolfgang Süß das Hochwasser an der March.
Knotz

Kürzlich wurde in den Reihen der Feuerwehr ein neues Kommando gewählt. Der bisherige FF-Chef Wolfgang Süß (59) trat bei den Wahlen nicht mehr an (die NÖN berichtete). Neuer Kommandant ist Christian Schantl. Süß ist seit 1980 bei der Freiwilligen Feuerwehr, war von 2001 bis 2011 Kommandant-Stellvertreter und leitete bis 2021 die Silberhelme.

Vor seinem Aufstieg ins Kommando war er als Funkwart und Atemschutzwart tätig. „Nach so vielen Jahren fehlte mir die Motivation. Ich kann keine 60-köpfige Mannschaft anspornen, wenn ich selbst nicht motiviert bin“, begründet der Ex-Kommandant seinen Schritt. Dennoch ist er mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Er will der FF auf jeden Fall erhalten bleiben – nur halt in den hinteren Reihen. Süß, er ist hauptberuflich Angestellter im Elektrotechnik-Gewerbe, will sich wieder etwas mehr auf sein Privatleben konzentrieren. „Oft kam ich von der Arbeit nach Hause, hab mich umgezogen und bin dann zu FF-Sitzungen gefahren, die bis Mitternacht andauerten. Am nächsten Tag musste ich um fünf Uhr aus den Federn. Das war mir dann schon etwas zu viel“, so der Ex-FF-Chef.

Wolfgang Süß wird der Feuerwehr – allerdings in den „hinteren Reihen“ – erhalten bleiben.
privat

Was hat sich in 41 Jahren bei der FF verändert? „Besonders fasziniert hat mich die Änderung der technischen Voraussetzungen in diesen 41 Jahren. Am Anfang sind wir mit Gummistiefeln und Spinnenhelmen in den Einsatz gegangen, heute arbeiten wir mit den modernsten technischen Geräten“, so Süß.

Auch die Anforderungen hätten sich geändert. Früher hätte sich niemand um Themen wie vorbeugenden Brandschutz gekümmert. Heute würden solche Bereiche immer wichtiger. Besonders nachdenklich stimmt den Ex-Kommandanten, dass er in dieser langen Zeit viele Freunde verloren hat: „Sie sind einfach zu früh aus dem Leben geschieden. Ich habe allerdings in diesen Jahren bei der Wehr auch viele Freunde gewonnen.“

Auf die Frage, welcher Einsatz ihn in diesen Jahren am meisten Substanz gekostet hat, antwortet Süß: „Das March-Hochwasser 2006 hat mich am meisten berührt. Damals war ich Kommandant-Stellvertreter. In Angern und in Dürnkrut waren wir ganz nah an Menschen, die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. Man konnte zusehen, wie das Wasser Zentimeter für Zentimeter anstieg.“