Kulturveranstaltung: Wirbel um Orient-Event. Die Freiheitlichen orten Verschwendung von Steuergeldern.

Von Robert Knotz. Erstellt am 23. Januar 2019 (06:00)
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VP-Stadtrat Franz Spehn, Teresa Meckel (Musik), Artur Telfeyan, Grünen-Gemeinderätin Bettina Bergauer, und Museumsdirektor Rupert Derbic (v.l.).
Bleich

Die FP-Gemeinderäte Werner Cermak und Gerhard Gruber sind sauer. „VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst und VP-Kulturstadtrat Franz Spehn verwenden Steuergelder für eine zweifelhafte Kulturveranstaltung“, so Cermak zur NÖN. Worum geht es?

Am Samstag ging im Erzherzog-Carl-Haus ein Event zum Thema „Fragen rund um den Orientteppich“ über die Bühne. Die beiden Blauen orten hier einen handfesten Skandal, weil einem türkischen Teppichunternehmen, das noch dazu in Wien ansässig ist, offensichtlich eine Werbeveranstaltung finanziert worden sei. VP-Kulturstadtrat Franz Spehn wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Das Event ist eines von etwa 130, das von mir pro Jahr organisiert bzw. mitorganisiert wird. Diese Veranstaltung wurde im Ausschuss für Kultur und Umwelt empfohlen und im Stadtrat beschlossen.“

"Der Vortragende erhält keinen Cent für diese Veranstaltung"

Es handle sich um ein spannendes Thema und es sei Spehn gelungen, einen Top-Experten von einer renommierten Firma, die seit vielen Jahren in Österreich aktiv ist, als Referenten zu gewinnen. Spehn weiter: „Artur Telfeyan (der Vortragende, Anm.) erhält keinen Cent für diese Veranstaltung. Im Gegenteil, er wird dem Museum voraussichtlich eine kleine finanzielle Unterstützung zukommen lassen.“

Auch Telfeyan bezog zu den Vorwürfen Stellung: „Das Unternehmen und damit meine Eltern haben seit 1976 Steuern und Abgaben in Österreich geleistet und keinen Tag vom Sozialsystem gelebt.“ Er selbst habe sämtliche Ausbildungswege und den Militärdienst in Österreich absolviert und zwei Studien abgeschlossen.

Telfeyan weiter: „Ein Zusammenleben ist mit dem Austausch der Kunstformen verschiedener Kulturen entstanden. Österreich ist im Ausland für seine klassische Musik, die alpine Ski-Kultur und Gastronomie bekannt und bewirbt das auch. Orientteppiche zählen seit 300 Jahren zur Einrichtung des europäischen Hofes und seit rund 150 Jahren zum Inventar des Bürgertums.“