"Marchfeld mobil"-Fahrten werden billiger. „Marchfeld mobil“-Benutzer ohne VOR-Zeitkarten können sich 1,80 Euro zurückholen.

Von Robert Knotz. Erstellt am 11. April 2019 (04:52)
Knotz; Sulzer
Links: SP-Stadtrat Nikitscher forderte, dass die Stadt eigene Verkehrsbetriebe gründen soll.; Rechts: Die parteifreie Sabine Nolte wurde zur Jugend-Gemeinderätin bestellt.

Gleich zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde Johannes Kozlik mit 19 zu 10 Stimmen zum neuen VP-Wirtschaftsstadtrat gewählt. Heftige Diskussionen gab es unter anderem um den Tagesordnungspunkt „Förderung Marchfeld mobil“.

Die VP stellte den Dringlichkeitsantrag, die Fahrten für in Deutsch-Wagram wohnhafte Personen mit 1,80 Euro (Normalpreis 3,80 Euro) zu fördern. Dies allerdings nur, wenn diese Fahrgäste nicht im Besitz einer VOR-Zeitkarte sind, denn jene würden sowieso nur zwei Euro bezahlen. SP-Stadtrat Harald Nikitscher meldete sich zu Wort: „Wie hoch sind die Kosten für die Förderung und den Verwaltungsaufwand für die Gemeinde? Kozlik: „Es geht darum, eine nachhaltige Verkehrslösung zu finden. Das Marchfeld mobil fährt am Wochenende und hat längere Betriebszeiten.“

"Würde uns etwa 9.000 Euro kosten"

Auch VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst bezog Stellung: „Das Marchfeld mobil kostet uns jährlich 56.000 Euro. Die Refundierung des Fahrpreises für jene Personen ohne Zeitkarte würde uns bei einer Annahme von 5.000 Rückerstattungen etwa 9.000 Euro kosten. Das ist verschmerzbar.“

Nikitscher brachte wieder das Thema Stadtbus ins Spiel. Er forderte, dass die Stadt eine eigene Buskonzession beantragen soll und einen innerörtlichen Busbetrieb einrichte. Darauf Kozlik: „Es gibt in NÖ nur zwei Gemeinden, die eigene Busse haben. Man müsste einen geprüften Verkehrsleiter aufnehmen, genügend Fahrzeuge haben und die arbeitsrechtlichen Grundlagen für Buslenker beachten. Laut Land würde das zwischen 300.000 und 400.000 Euro kosten.“ Außerdem seien die Chancen gering, eine Konzession zu bekommen. Der Antrag wurde schließlich mit den Stimmen der ÖVP beschlossen.

Weiters wurden der Bau des neuen Kindergartens in der Feldgasse, der Rechnungsabschluss 2018, die Beteiligung am Gänserndorfer Bad und die Bestellung der parteifreien Gemeinderätin Sabine Nolte als Jugend-Gemeinderätin beschlossen.

Die !wir-Bürgerliste schlug vor der Abstimmung auch die SP-Gemeinderätin Jacqueline Wehofer für diese Funktion vor, was FP-Gemeinderat Werner Cermak wie folgt kommentierte: „Mich wundert, dass diesen Vorschlag die !wir-Partei und nicht die SPÖ gemacht hat. Wir lehnen Wehofer ab, weil sie in einem Facebook-Posting die FPÖ als ,braune Scheiße‘ (die NÖN berichtete, Anm.) bezeichnete und sich auch linkslinken Aktionen anschließt.“

Nolte erhielt schließlich 18 Stimmen, während für Wehofer nur 10 Gemeindemandatare votierten.