Trauer um 70-jähriges Corona-Opfer

Aktualisiert am 17. April 2020 | 14:58
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267 Patienten befinden sich momentan auf der Intensivstation
267 Patienten befinden sich momentan auf der Intensivstation
Foto: APA (dpa)
Dem Mann sei mehrmals der Covid-19-Abstrich verweigert worden. In der Vorwoche verstarb der Patient auf der Intensivstation. Die Familie ist geschockt.
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Jener Deutsch-Wagramer, der sich über die Corona-Hotline 1450 beschwert hatte ( die NÖN berichtete ), trauert nun um seinen Vater. Der 70-Jährige verstarb am Mittwoch vergangener Woche.

„Man hätte ihm helfen können“, sagt der geschockte Deutsch-Wagramer, der noch hinzufügt, dass er im NÖN-Gespräch nicht erwähnt habe, dass der Vater eigentlich in Moosbrunn im Bezirk Bruck an der Leitha gewohnt hatte.

Was war geschehen? Der Mann warf dem Hotline-Personal vor, dass seinem Vater – medizinisch vorbelastet und aufgrund seines Alters Risikopatient – mit grippeähnlichen Symptomen mehrmals ein Corona-Test verweigert worden war.

Der Zustand des Mannes habe sich damals derart verschlechtert, dass er ins Spital eingeliefert und dort in den Tiefschlaf versetzt werden musste. Erst im Krankenhaus sei ein Corona-Test erfolgt. Ergebnis: positiv.

Endgültige Entscheidung obliegt dem Amtsarzt

Seitens „Notruf NÖ“, der Hotline, die im Auftrag des Gesundheitsministeriums betrieben wird, hieß es, dass die Mitarbeiter bei der telefonischen Gesundheitsberatung sich strikt an die aktuell gültigen Vorgaben halten würden. In diesen Vorgaben ist genau definiert, wann jemand ein Covid-19-Verdachtsfall ist. Die endgültige Entscheidung, ob dann jemand getestet wird, obliege schließlich in letzter Konsequenz dem Amtsarzt der zuständigen Gesundheitsbehörde.

Dem Sohn des Verstorbenen und seiner Familie sitzt der Schock über den Tod des 70-Jährigen noch tief in den Knochen: „Offensichtlich ist da einiges schiefgelaufen. Mein Vater könnte noch leben, wenn man den Test gleich bei den ersten Anzeichen durchgeführt hätte und er entsprechend behandelt worden wäre.“

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