Nachmittagsbetreuung: Wirbel wegen Versetzung. Pädagogin Susanne Hauptenbuchner soll versetzt werden. Sie sei angeblich nicht „teamfähig“. Die Eltern und einige Stadtpolitiker wehren sich dagegen.

Von Robert Knotz. Erstellt am 22. Juni 2017 (04:57)
Hinter der Versetzung der Nachmittagsbetreuerin vermuten viele Eltern Mobbing.
Shutterstock/ESB Professional (Symbol)

Schikanen und Mobbing ortet eine empörte Mutter (Name der Redaktion bekannt) hinter der Versetzung der Nachmittags-Kinderbetreuerin Susanne Hauptenbuchner. „Sie ist die Einzige, die wirklich unsere Kinder betreut und nicht nur beaufsichtigt. Ständig unternimmt sie etwas mit den Kleinen. Basteln, Spaziergänge und Besuche von Spielplätzen stehen auf ihrem Programm“, berichtet die Frau.

Und weiter: „Die anderen Betreuerinnen machen hingegen nichts. Auf meine Anfrage hin reicht es ihnen, die Kids zu beaufsichtigen – sie unterstützen sogar, dass diese ihre Handys oder Nintendo-Spiele mithaben. Ich denke, dass die Betreuerin deswegen versetzt wird, weil sie in den Augen der anderen Betreuerinnen nicht ,teamfähig‘ und die Einzige ist, die sich um die Kinder kümmert.“

Außerdem finde die Mutter es nicht in Ordnung, dass die Betreuerinnen die meiste Zeit auf der Gemeinschaftsbank im Hof sitzen und gemeinsam in einem Koffer mit Schminksachen und diversen Kosmetika stöbern oder irgendwo am Gelände rauchen würden. Die Kinder seien die ganze Zeit sich selbst überlassen.

Flut von Beschwerden an Stadt und Betreiber

Der Verein „Familienland NÖ“ ist als Betreiber für die Nachmittagsbetreuung verantwortlich. Die Stadt hat allerdings ein Mitspracherecht. Mittlerweile gibt es eine Flut von Beschwerdebriefen gegen die Versetzung von Hauptenbuchner an den Betreiber und die Verantwortlichen der Stadt.

VP-Vizebürgermeisterin Andrea Schlederer dazu: „Ich bitte um Verständnis, dass ich zu den angeführten Behauptungen und Wahrnehmungen inhaltlich nicht näher Stellung nehmen kann, da hier der Dienstgeber und die pädagogische Leitung, Elisabeth Wannemacher (Volksschuldirektorin, Anm.), befasst sind und nicht die Stadtgemeinde.“

Viele Unterschriften an Politiker gesendet

Ganz anders sieht es VP-Stadträtin Hilde Toth: „Ich habe mittlerweile eine Liste mit vielen Unterschriften von zahlreichen Stadt- und Gemeinderäten aller Fraktionen sowie betroffener Eltern gesammelt.“ Sie habe die Liste an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, VP-Landesrätin Barabara Schwarz sowie VP-Bürgermeister Fritz Quirgst und an den Verein „Familienland NÖ“ geschickt.

Barbara Trettler, Geschäftsführerin des Betreiber-Vereins, möchte keinen Schuldigen suchen, sondern das Team optimieren. „Uns sind die Probleme am Standort schon längere Zeit bekannt. Die Situation hat sich in der letzten Zeit allerdings zugespitzt. Wir schätzen die pädagogische Arbeit von Frau Hauptenbuchner, aber dieses Team kann absolut nicht miteinander“, so Trettler. Sie werde versuchen, wieder Ruhe in der Nachmittagsbetreuung einkehren zu lassen. „Mit drei neuen Pädagoginnen wird im nächsten Schuljahr ein frischer und beruhigender Wind in der Einrichtung wehen.“

Was sagt eigentlich die Betroffene selbst zu ihrer geplanten Versetzung? „Fünf Kolleginnen arbeiten schon seit Jahren gegen mich – doch die Eltern stehen hinter mir. Ich betreue auch Kinder mit Diabetes, die von meinen Kollegen in keiner Weise berücksichtigt wurden“, so Hauptenbuchner. Sie würde gerne weiterhin die Kinder in der Stadt betreuen.