Neubau für letzten Weg. Im zweiten Anlauf wurde die Erneuerung beschlossen. Hitzige Wortgefechte entbrannten im Stadtparlament wegen der Kosten von knapp 904.000 Euro.

Von Robert Knotz. Erstellt am 08. Februar 2017 (04:19)
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Die fast 100 Jahre alte Aufbahrungshalle am Friedhof ist bald Geschichte: Eine neue soll gebaut werden.
NOEN, Knotz

Im zweiten Anlauf ist es der ÖVP am vergangenen Dienstag gelungen, den Antrag für den Bau einer neuen Aufbahrungshalle im Gemeinderat durchzubringen. In der vorletzten Sitzung, die am 20. Dezember des Vorjahres über die Bühne ging, hatten die Gemeinderäte der Opposition (!wir, Grünen, FPÖ und SPÖ) den Sitzungssaal bei diesem Tagesordnungspunkt verlassen, um eine Abstimmung zu verhindern.

Grund für den Protest war vor allem die Höhe der Kosten (knapp 904.000 Euro), die für das Projekt veranschlagt wurden. So kam es auch am Dienstag vor der Abstimmung zu hitzigen Diskussionen rund um die Halle. !wir-Gemeinderat Gunter Hiermann stellte den Antrag auf eine Optimierung der Kosten: Die Halle soll nicht mehr als 800.000 Euro kosten.“ Auch SP-Stadtrat Harald Nikitscher ist der Bau zu teuer: „Niemand würde sich privat um soviel Geld ein gleichwertiges Haus bauen.“

Für die nächsten 100 Jahre

VP-Bürgermeister Fritz Quirgst konterte: Das Projekt entspricht der Größe der Stadt und soll für die nächsten 100 Jahre gebaut werden. Schließlich ist die alte Aufbahrungshalle auch schon fast so alt.“ Weiters würden Räumlichkeiten für Personal, WC-Anlagen, Duschen und einiges andere benötigt.

„Diese Einrichtungen im öffentlichen Raum werden stärker beansprucht als jene für den Privatgebrauch – sie müssen daher auch widerstandsfähiger sein und sind logischerweise auch teurer“, so Quirgst. Der Neubau der Aufbahrungshalle wurde schließlich mit den Stimmen der VP, Grünen und der parteilosen Gemeinderätin Sabine Nolte beschlossen. Die Mandatare der SP enthielten sich der Stimme.