Prozess: Ex-Stadtrat leugnet Missbrauchsvorwürfe. Am 28. August muss sich Marchfelder (38) wegen mehrfachen Missbrauchs von Unmündigen und Vergewaltigung verantworten.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 27. August 2018 (15:48)
Noch während der Ermittlungen wurde der Marchfelder als Stadtrat abberufen und aus der Partei geworfen.
NOEN

Schwere Missbrauchsvorwürfe erhebt die Korneuburger Staatsanwaltschaft gegen den mittlerweile abgesetzten und aus der Partei geworfenen VP-Stadtrat Markus M. Der heute 38-jährige Marchfelder soll sich unter anderem über einen mehrjährigen Zeitraum, von Sommer 2012 bis 11. Juni 2017, an einem Unmündigen sexuell vergangen und ihn vergewaltigt haben.

Verteidiger Roland Friis: „Mein Mandant bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.“
Hahslinger

„Nur einer aus schwierigem Hause behauptet das. Es gelte, die kontradiktorische Einvernahme des heute 15-Jährigen abzuwarten. Erst dann könne über dessen Glaubwürdigkeit geurteilt werden“, sagt Roland Friis, der Verteidiger des Marchfelders. Es gebe mittlerweile einen dicken Akt von Protokollen der Einvernahmen von Burschen, die beim Verdächtigen ein- und ausgegangen sind: „Sie alle sagen, dass es zu keinem Zeitpunkt irgendetwas in dieser Richtung gab“, sagt Friis und erklärt: „Mein Mandant bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.“

Der angeklagte Marchfelder muss am 28. August vor einem Schöffensenat unter der Leitung von Richter Helmut Neumar Rede und Antwort stehen. Da werden neben dem mutmaßlichen Hauptopfer noch drei weitere Teenager in den Zeugenstand treten, an denen sich der Marchfelder vergriffen haben soll.

Der aktuelle Prozessverlauf ist online auf gänserndorf.NÖN.at zu lesen.