Prozess wegen Fake-Urkunde. Beschuldigter gestand: Das in der Verhandlung vorgelegte Dokument war manipuliert. Er verlor nicht nur die Zivilklage, sondern handelte sich auch noch ein Strafverfahren ein.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 04. Dezember 2018 (09:28)
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Gericht Prozess Urteil Symbolbild
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„Ich habe ihm nichts geschuldet, nicht einen Cent“, legt der Weinviertler (58) los und wird vom Strafrichter eingebremst: „Und da haben Sie ein Dokument vorgelegt, das Ihre Aussage stützen sollte. Damit haben Sie sich aber ein Eigentor geschossen, denn der Zivilrichter ließ ein grafologisches Gutachten einholen. Der Experte befand die Unterschrift auf dem Papier als Fälschung, und Sie wurden zur Zahlung (über 100.000 Euro) verurteilt“, entgegnet der Strafrichter und will wissen: „Wollten Sie den Zivilrichter mit der manipulierten Urkunde zu einer Abweisung der Klage bewegen?“

Der Weinviertler windet sich. Er gibt zu, die Urkunde mit der gefälschten Unterschrift manipuliert zu haben. Er beteuert aber: „Es gab ein Original. Die Urkunde wurde aber bei einem Wasserschaden zerstört. Sie hat gestunken und die mit Tinte unterfertige Unterschrift war zerflossen. Und da habe ich sie einfach reproduziert. Das Original habe ich wegg‘haut.“ – „Es droht Ihnen eine Zahlungsklage über 100.000 Euro und da werfen Sie das entlastende Originaldokument weg, weil es stinkt?“, hinterfragt der Richter kopfschüttelnd. Der Weinviertler wird nach dem Beweisverfahren wegen versuchten Betruges zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Nicht rechtskräftig.