Rodung in Seufzerallee regt Grüne auf. Die Grünen in Deutsch-Wagram prangern an, dass zahlreiche Bäume gefällt wurden. ÖVP-Stadtrat Kozlik kontert: „Maßnahmen waren notwendig, außerdem wussten die Grünen Bescheid.“

Von Robert Knotz. Erstellt am 12. Mai 2021 (03:43)
Grüne protestieren: Eva Böhm, Gemeinderätin Bettina Bergauer, Stadtrat Heinz Bogner, Marcus Windbichler und Gemeinderätin Brigitte Windbichler-Grohsmann (v.l.).
Grünen, Grünen

Die Grünen ärgern sich, weil im Siedlungsgebiet Helmahof Bäume gefällt wurden. „Jahrzehntelang hat man den Wald sich selbst überlassen. Umgestürzte und von Efeu überwucherte Bäume und Sträucher boten kein ansehnliches Bild. Immer wieder wurde ich von Bürgern gefragt, warum man den Wald so verkommen lässt. Nun schneidet man einfach radikal um“, berichtet Grünen-Gemeinderätin Bettina Bergauer.

Der Baumbestand in der sogenannten Seufzerallee – vom Gasthof Helmahof zur Hausfeldstraße – wurde laut der Öko-Partei dramatisch ausgedünnt. Auf den Holzstapeln in der Hausfeldstraße würden rund 4.000 Stämme von Bäumen lagern, die aus dem zehn Hektar großen Waldstück herausgeholt worden seien. „Man kann nicht alles der Wirtschaftlichkeit unterordnen und ein natürlich entstandenes Ökosystem zerstören, den Waldboden mit schweren Geräten verdichten und die Menschen, die den Wald zur Erholung nutzen, in Entsetzen versetzen“, meint Bergauer. Das Holz, das hier geschlägert wurde, werde vorwiegend als Brennholz genutzt. Der darin gespeicherte Kohlenstoff würde daher in einigen Monaten als CO 2 freigesetzt. Vorsätzliche Falschinformation und Täuschung durch Bergauer ortet indes ÖVP-Klubobmann und Stadtrat Johannes Kozlik.

Grüne sollen über Grund informiert gewesen sein

Er verweist auf einen E-Mail-Verkehr der Grünen mit Forst-Sekretär Ulrich Schwaiger (der Inhalt liegt auch der NÖN vor), in dem die Notwendigkeit der Maßnahmen erklärt wurde. „Die Grünen wissen genauso wie wir, dass es sich bei den Baumschnittmaßnahmen in der Seufzerallee um notwendige Pflegemaßnahmen handelt, die der Erholung des Waldes dienen“, so Kozlik. Er zitiert aus dem E-Mail, in dem die Gründe für den Baumschnitt erläutert werden: „Der massive Baumschnitt ist notwendig, weil damit die Regeneration des noch gesunden Bestandes ermöglicht wird. Die Vorgehensweise der Arbeiten ist mit den geringstmöglichen Schäden durchgeführt worden. In der Datenerhebung wurde auch die Tierwelt erhoben und Rücksicht genommen“, heißt es in dem Schreiben.

Zusätzlich betont Kozlik, dass die Maßnahmen aus dem zehnjährigen Waldwirtschaftsplan von Experten erarbeitet und den Grünen auch schriftlich im Detail erläutert wurden. „Als Stadtgemeinde war es dem Bürgermeister wichtig, die Bevölkerung aktiv über die Maßnahmen zu informieren, weshalb eigens Informationsschilder in der Seufzerallee über den Hintergrund und die Notwendigkeit der Maßnahmen aufgestellt wurden“, erläutert Kozlik und verweist darauf, dass letztes Jahr rund 1.000 Bäume in Deutsch-Wagram gepflanzt wurden.

Weshalb Bergauer mit der Angelegenheit an die Medien geht, kann sich Kozlik nur folgendermaßen erklären: „Manche sind ganz offenbar lieber mit einer Schlagzeile in der Zeitung, als der Bevölkerung wichtige und komplexe Maßnahmen zu erläutern.“