Rücktrittswelle in Stadt. Die Mandatare Daniela Böckl (!wir), Renate Forsthuber (VP) und Karl Haberreiter (VP) legten letzte Woche aus unterschiedlichen Gründen ihre Ämter zurück.

Von Robert Knotz. Erstellt am 12. Oktober 2017 (04:59)
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Andreas Latschka, Karl Haberreiter, Fritz Quirgst, Renate Forsthuber und Johannes Kozlik (v.l.).
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Wie kürzlich bekannt wurde, legten die Gemeinderäte Daniela Böckl (!wir), Renate Forsthuber (VP) und Karl Haberreiter (VP) ihre Mandate zurück. Böckl lässt in diesem Zusammenhang ihrem Unmut über die derzeitige Politik in der Stadt freien Lauf: „Ausschlaggebend für meine Entscheidung waren die Veränderungen rund um die Nachmittagsbetreuung. Ohne jegliche Rücksichtnahme auf die Meinung der Betroffenen – vor allem jedoch der Kinder – musste der Anbieter gewechselt werden.“

Durch diese Maßnahme sei jedoch keine Verbesserung erzielt worden, vielmehr würden sich am Ende lediglich erhebliche Mehrkosten ergeben. Geändert habe sich nichts. Böckl weiter: „Nun bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich nicht mehr bereit bin, solche Entscheidungen, bei denen nur noch persönliche Befindlichkeiten im Vordergrund stehen, mitzutragen.“

!wir-Gemeinderätin Daniela Böckl tritt aus politischen Gründen zurück.
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Zur Erinnerung: Wie die NÖN berichtete, gab es ein monatelanges Tauziehen rund um die Nachmittagsbetreuung. Besorgte Eltern wandten sich an die Redaktion und berichteten von angeblichem Mobbing gegen eine der Betreuerinnen. Kurz darauf beendete der Betreiberverein die Zusammenarbeit mit der Stadt.

In einer eigens dafür abgehaltenen Gemeinderatssitzung wurde mit den Stimmen der ÖVP das Hilfswerk als neuer Betreiber festgelegt, obwohl die Opposition ein günstigeres Angebot vorschlug. Böckl war 17 Jahre im Gemeinderat, davon von 2005 bis 2007 als Stadträtin der ÖVP, bevor sie im Streit ging und zur !wir-Bürgerliste wechselte. Als ihre Nachfolgerin wurde jetzt Claudia Lauppert nominiert.

VP-Mandatare: Private Gründe für Rücktritt

Forsthuber hingegen gab private Gründe für ihren Rücktritt an: „Meine Mutter ist schon sehr alt und bedarf nun meiner ganzen Aufmerksamkeit.“ Auch Haberreiter, der seit 2005 im Stadtparlament tätig war, will sich nach über zwölf Jahren als Mandatar zurückziehen. „Ich habe schon im Juni bekannt gegeben, dass ich aufhören will.“

Was sagt VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst zu den Rücktritten? Und: Wer wird Forsthuber sowie Haberreiter im Stadtparlament ersetzen?

„Mittlerweile haben sich seit der Gemeinderatswahl 2015 bis auf Stadtrat Peter Lauppert alle ursprünglichen !wir-Mandatare verabschiedet. Die Rücktrittsgründe von Daniela Böckl kann ich nicht wirklich nachvollziehen, denn es war schon länger offensichtlich, dass sie die Freude an der Gemeindearbeit verloren hat“, so Quirgst.

Nachsatz: „Es gab jedoch eine Zeit, in der sie sehr engagiert war. Dafür möchte ich ihr wirklich danken – auch wenn das schon länger zurückliegt. Ich wünsche ihr für die Zukunft alles Gute.“ Der Stadtchef weiter: „Die beiden verdienten Gemeinderäte Renate Forsthuber, ehemalige Kindergartendirektorin, und Karl Haberreiter, hauptberuflich EVN-Mitarbeiter, legen aus persönlichen Gründen bzw. um Jüngeren eine Chance zu geben, ihre Mandate zurück.“

Quirgst bedankt sich bei beiden ganz herzlich für ihr Engagement, die ausgezeichnete Zusammenarbeit und die große Unterstützung in den letzten zwölf Jahren als Gemeinderäte und wünscht alles erdenklich Gute. Nachfolgen werden Andreas Latschka (30) und Johannes Kozlik (37), die bereits in der nächsten Gemeinderatsitzung am 17. Oktober angelobt werden sollen.