S8 für Grüne keine Lösung . Öko-Partei ist seit Jahren für eine Umfahrung. VP-Stadtchef: „Wo sind Pläne?“

Von Robert Knotz. Erstellt am 17. September 2020 (04:41)
Die Gemeinderätinnen Brigitte Windbichler-Grohsmann und Bettina Bergauer (v.l.) fordern eine Ortsumfahrung.
Grünen

Die Grünen meinen, dass es mit dem Verkehr in Deutsch-Wagram nicht so weitergehen kann. Sie fordern zum wiederholten Male eine Ortsumfahrung. „Die Marchfeld-Schnellstraße S8 ist keine Lösung. Breit ausgebaute Straßen ziehen automatisch mehr Verkehr an. Wenn das Autofahren angenehmer wird, weil es auf ausgebauten Straßen weniger Stau gibt, dann fährt man auch mehr mit dem Auto“, ist Grünen-Gemeinderätin Bettina Bergauer überzeugt.

Das würden auch mittlerweile zahlreiche Studien belegen. Autofahrer, die Schnellstraßen benutzen, müssten von ihrem Wohnort zuerst einmal zur S8 kommen. Bergauer weiter: „Die Eduard-Bauernfeld-Gasse wäre so ein Zubringer. Dort würde sich der Verkehr durch den Bau der S8 nahezu verdoppeln. Ziel muss es sein, den öffentlichen Verkehr angenehmer zu gestalten – vor allem häufigere Schnellbahnverbindungen nach Wien und ein örtlicher Zubringerbus zur Bahn sind nötig.“

Grünen-Gemeinderätin Brigitte Windbichler-Grohsmann, fragt, warum die seit 20 Jahren geplante, kleinräumige Ortsumfahrung nicht schon längst gebaut wurde. „Die S8 ist ganz sicher nicht vorwiegend für die Bewohner des Marchfelds gedacht, sondern vielmehr für den Güterverkehr auf der Straße quer durch Europa“, meint sie.

Quirgst: „35.0000 Autos sind Belastung“

VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst ist anderer Meinung: „Das enorme Verkehrsaufkommen von 35.000 Fahrzeugen, das wir auf der B8 täglich mitten durch Deutsch-Wagram haben, ist längst unerträglich – auch der Ausweichverkehr in viele Siedlungsstraßen. Dafür brauchen wir jedoch eine leistungsfähige Straße, die dieses Aufkommen bewältigen kann.“

Für VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst ist die Marchfeld-Schnellstraße unumgänglich.
NÖN

Der Stadtchef sei für den Ausbau der Öffis, daher wurde auch die Park&Ride-Anlage vergrößert und der Bahnhof barrierefrei und attraktiver gestaltet. Quirgst weiter: „Doch selbst eine Verdoppelung des öffentlichen Verkehrs an der Nordbahn, den die ÖBB gar nicht bewältigen könnten , würde sich nur geringfügig verkehrsentlastend an der B8 auswirken.“ Man brauche sowohl die S8 als auch den Ausbau der Öffis, den Umstieg auf abgasärmere Fahrzeuge und E-Mobilität.

„Die Grünen sind hier auf einem Auge blind und ihre seit vielen Jahren propagierte kleinräumige Umfahrung hätten sie längst präsentieren können. Ich kenne die Pläne nicht. Außerdem bin ich überzeugt, dass sie als Erste dagegen wären, da sie seit Jahren grundsätzlich gegen Straßenbau auftreten“, stellt der Bürgermeister seine eigene Position klar.

„Wenn die S8 kommt, streben wir eine Verbindung der Bockfließer Straße zur B8 außerhalb des Siedlungsgebietes an, um die Eduard-Bauernfeld-Gasse und das Siedlungsgebiet Helmahof ebenfalls zu entlasten“, schließt Quirgst.