Schottergrube sorgt für Wirbel. Grüne zweifeln am Widerstand des Bürgermeisters gegen Grube. Dieser setzt sich nun vehement zur Wehr.

Von Robert Knotz. Erstellt am 10. Juni 2021 (04:38)
Grünen-Stadtrat Heinz Bogner, Landessprecherin Helga Krismer und Bezirkssprecherin Beate Kainz (v.l.).
Grünen, Grünen

Grünen-Landessprecherin Helga Krismer kam anlässlich der geplanten Schottergrube im Hagerfeld nach Deutsch-Wagram. Die NÖN berichtete bereits über das Projekt. Laut der Öko-Partei musste in Gerasdorf ein Naturprojekt einer Schottergrube weichen, in der Stadtgemeinde soll die S8 eine Schottergrube „in die Flucht schlagen“.

Gute und böse Gewinnung von Schotter

„Es kann nicht sein, dass es gute und böse Gewinnung von Schotter bzw. Kies gibt. Das Chaos in der Raumordnung durch die ÖVP muss bereinigt werden. Es braucht ein sektorales Raumordnungsprogramm, wie es für Windkraft existiert“, so Krismer.

Die Grünen des Bezirks fragen sich nun, wie weit der Widerstand von ÖVP-Bürgermeister Friedrich Quirgst gegen dieses Projekt tatsächlich geht. Sie gehen davon aus, dass er die Grube verhindern könnte, wenn er wollte.

Bezirkssprecherin Beate Kainz: „Es ist nicht sicher, ob die Schnellstraße jemals gebaut wird. Es ist aber unwahrscheinlich, dass eine ehemalige Bauschuttdeponie ein Hindernis für den Straßenbau darstellt. Wir befürchten daher, dass die Deponie errichtet wird und Land und Bürgermeister hoffen, dass nach Fertigstellung auf dem Bauschutt mit der S8-Baustelle begonnen werden kann.“

Muss in der Hand des Gemeinderates bleiben

Und Krismer fügt hinzu: „Eine Eignungszone für Gewinnung von Rohstoffen wie Kies und Schotter muss in der Hand des Gemeinderates bleiben. Es kann nicht sein, dass das Land über die Gemeindebürger drüberfährt. Kies und Schotter müssen gleich wie Windkraft und Photovoltaik behandelt werden.“

ÖVP-Bürgermeister Friedrich Quirgst wehrt sich gegen Vorwürfe der Grünen.
NÖN, NÖN

ÖVP-Bürgermeister Quirgst kontert: „Die Grünen verdrehen hier bewusst die Rechtslage und stellen unsinnige Spekulationen an. Denn die Schotterausweisung ist eine schon lange bestehende Ausweisung des Bundes, die über der Raumordnung der Gemeinde steht.“

Und weiter: „Die Schneise in das geschlossenen landwirtschaftliche Gebiet und die Halbierung des Abstandes zum Siedlungsgebiet, der immer stärker werdende Verkehr, Lärm, Staubentwicklung, und Flächenverbrauch sind nur einige der Gründe, warum ich mit Vehemenz gegen die geplante Schottergrube auftrete.“ Seit die Pläne für die Grube bekannt wurden, sei Quirgst dagegen aktiv geworden. Da keine UVP-Pflicht (Umweltverträglichkeitsprüfung) für das Projekt vorgesehen war, habe die Stadt dagegen Einspruch erhoben. Dieser werde jetzt vom Bundesverwaltungsgericht behandelt. Ein beauftragter Gutachter soll auf fachlicher Ebene für die Stadt agieren.

„Egal, wie das Urteil zur UVP-Pflicht ausfällt – es folgen Verhandlungen zu den Beeinträchtigungen für die Umwelt. Dass es hier von den Grünen nur um Parteipolitik und nicht um die Sache geht, zeigt sich darin, dass sie mich kritisieren und kein Wort über den Projektbetreiber und die bestehende Gesetzeslage verlieren“, schließt Quirgst.