Statt Diversion gab es ein Urteil

Erstellt am 25. Juni 2022 | 04:35
Lesezeit: 2 Min
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Auch die Ratenzahlung einer Geldstrafe von 720 Euro funktionierte nicht. Die Richterin musste schließlich ein Urteil verhängen.
Foto: Symbolfoto: Shutterstock/yingko
29-Jährige Gänserndorferin leistete keine gemeinnützige Arbeit und zahlte auch Geldstrafe nicht.
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Eine heute 29-jährige Gänserndorferin hatte ab Oktober 2018 bis zumindest 15. Februar 2019 in einem Supermarkt in Deutsch-Wagram – mittels Stornierungen einzelner Produkte oder gar der ganzen Rechnung – Geld veruntreut, für sich abgezweigt und einen Gesamtschaden von etwa 13.000 Euro verursacht.

Nachdem sie in der ursprünglichen Verhandlung am 2. Dezember 2020 am Landesgericht Korneuburg mithilfe ihrer Familie den Schaden „live im Gerichtssaal“ wiedergutmachen konnte, bot ihr Richterin Astrid Raufer eine Diversion an.

Frau zahlte nur zwei Raten der Geldbuße

Die 27-Jährige sollte, mit Einverständnis der Staatsanwaltschaft, 220 Stunden gemeinnütziger Tätigkeit binnen sechs Monaten leisten, was nicht funktionierte.

Weiter die Milde der Justiz genießend, wurde die Diversion in eine Geldbuße von 720 Euro umgewandelt. Aber auch das klappte nicht: Zwei Raten konnte die Frau zahlen, dann waren ihre finanziellen Möglichkeiten erschöpft. Zudem saß ihr die Familie im Nacken, die ihren Beitrag zur Schadenswiedergutmachung zurückforderte.

Somit hatte sich der diversionelle Weg erledigt und Astrid Raufer musste in diesem Fall von schwerem gewerbsmäßigen Betrug ein Urteil fällen. Was die Richterin aber sehr wohl berücksichtigte, war, dass die 27-jährige Mutter sich seit den Vorfällen „wohlverhalten“ habe, wie Juristen es nennen. Mit sechs Monaten auf Bewährung ist sie diesen langen Schatten, den ihre Taten geworfen haben, rechtskräftig losgeworden.

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