Waldorfschule ist in Betrieb. 23 Schüler werden seit Montag in der neuen, alternativen Schule in Deutsch-Wagram unterrichtet.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. September 2021 (06:15)
Waldorfschule Deutsch-Wagram
ÖVP-Stadtrat Franz Spehn (l.), die Schulleiterin und Vorsitzende des Trägervereins der Schule (Rudolf-Steiner-Schulverein), Silvana Rameder (4.v.l.), ÖVP-Bürgermeister Friedrich Quirgst (5.v.l.) mit den Lehrern der neuen Waldorfschule.
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102 Jahre nach der Eröffnung der ersten Waldorfschule der Welt wurde am Freitag in Deutsch-Wagram die 21. Waldorfschule Österreichs eröffnet. 23 Schüler in drei Schulstufen wurden am Montag von fünf Lehrern in der neuen Schule begrüßt. Der Unterricht beginnt in der Regel um 8.30 Uhr und endet mit der Nachmittagsbetreuung um 16 Uhr.

Laut der Schulleiterin und Vorsitzenden des Trägervereins der Schule (Rudolf-Steiner-Schulverein), Silvana Rameder, haben die Vorbereitungsarbeiten fast ein Jahr gedauert. „Wir wollen für die Kinder und ihre Zukunft etwas Besonderes schaffen. Die ersten drei Volksschulklassen sollen Schritt für Schritt bis zur 13. Schulstufe wachsen“, so Rameder. Die Vision sei, dass die Schüler mit der Matura und auch einem Lehrabschluss in einem landwirtschaftlichen Fach nach 13 Jahren die Schule verlassen.

„Die Kinder sollen eine Ausbildung erhalten, bei der sie sich frei entwickeln und einbringen können. Das Konzept der Waldorfpädagogik sieht dabei klare Vorgaben und einen definierten Rahmen, in dem sich die Kinder bewegen können, vor. Der Unterricht ist so gestaltet, dass die Schüler nicht auf Fehler und Faktenwissen reduziert werden, sondern die persönliche Entwicklung der heranwachsenden Menschen wahrgenommen wird“, erzählt die Schulleiterin stolz.

Leistung wird durch Beobachten ermittelt

Die Leistungsbeurteilung und Förderung und Forderung der Kinder basiere auf einem intensiven Beobachten und wöchentlichen Konferenzen, bei denen jedes Kind einzeln besprochen wird.

ÖVP-Bürgermeister Friedrich Quirgst begrüßte mit den Eröffnungsworten „Wir sind in der Schule des Lebens Lehrer und Schüler zugleich. Ich gratuliere den Eltern zu der Zuversicht, ihre Kinder in einer Schule anzumelden, die es hier in dieser Form noch nicht gibt, und den Verantwortlichen für Ihren Einsatz und ihren Idealismus. Nur dadurch kann diese Schule heute eröffnet werden.“

Angelika Lütkenhorst, die Vorsitzende des Waldorfbundes und Leiterin der Partnerschule, der Landschule Schönau, hieß die neue Schule ebenfalls in der großen Waldorffamilie herzlich willkommen und hob die Gemeinschaft von Lehrern, Eltern, Schüler und Vorstand sowie das Umfeld der Schule hervor.

Gartenbau ist fixer Bestandteil einer Waldorfschule

Die Deutsch-Wagramer Biohof-Betreiber Ute und Ernst Friedrich stellen der Waldorfschule ihren großen Naturgarten für die Pausen, Nachmittagsbetreuung und Kindergarten zur Verfügung: Dort kann getobt, gespielt und die Natur erforscht werden.

„Gartenbau ist ein fixer Bestandteil einer jeden Waldorfschule, der in der unserer Einrichtung mit ihrem Landwirtschaftlichen Schwerpunkt wesentlich vertieft wird“, schließt Schulleiterin Rameder. Insgesamt gibt es über 1.800 Waldorfschulen weltweit.