Carjacking: Haupttäter ausgeforscht. Der Großteil einer siebenköpfigen Bande sitzt bereits in Haft. Ein 20-Jähriger fasste für die Entführung und die Misshandlung eines Mannes zehn Jahre aus.

Erstellt am 05. März 2018 (19:19)
Der 20-jährige Angeklagteakzeptierte die Haftstrafe.kittirat roekburi
Symbolfoto: Shutterstock/kittirat roekburi

Ein 20-jähriger Rumäne wurde zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Mann ist Mitglied einer siebenköpfigen Carjacking-Bande, der mindestens zwei Überfälle auf Autofahrer in der Stadtgemeinde und in Wien zugeordnet werden.

Wie die NÖN berichtete, kam es am 8. Oktober 2016 auf der Kreuzung Hauptstraße/Erzherzog-Carl-Straße zu einem Überfall auf einen jungen Mann: Der 19-Jährige, der in einem Mercedes unterwegs war, wurde in den frühen Morgenstunden von fünf Unbekannten angehalten.

Die Kriminellen zwangen den Burschen zunächst, mit ihnen Richtung Gerasdorf zu fahren. Nach kurzer Zeit wurde das Opfer aus dem Wagen gezerrt, niedergeschlagen und in den Kofferraum gesperrt, um schließlich auf einem Feldweg aus dem Wagen geworfen zu werden.

Ein Opfer aus Wien

Der Bursch, der Todesangst ausstand, irrte stundenlang durch die Finsternis, ehe er Hilfe fand. Auch in Wien überfiel die Bande einen Autofahrer, misshandelte ihn und raubte dessen Fahrzeug.

Der nun Verurteilte soll nur bei der Tat in Wien dabei gewesen sein. Er akzeptierte nach kurzer Rücksprache mit seiner Verteidigerin, Irene Oberschlick, die zehnjährige Haftstrafe. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Bei seiner polizeilichen Einvernahme nannte der Mann drei Mittäter, wovon zwei ebenfalls in Rumänien dingfest gemacht wurden.

Die Männer – 29 und 22 Jahre alt – befinden sich in Rumänien wegen Raubes in Strafhaft. Gemeinsam mit einem ebenfalls inhaftierten dritten Täter dürften sie demnächst an Österreich ausgeliefert werden, womit die Verdächtigen noch heuer in Korneuburg bzw. Wien vor Gericht gestellt werden könnten.

Ein vierter Täter wurde in Italien ausgeforscht, wo er mit europäischem Haftbefehl festgenommen und anschließend nach Österreich ausgeliefert wurde.